:: Seltsam? Aber so steht es im Katalog! (Verschwörungstheorien I)

These 4: Die Verschwörungstheorie ist selbst kritikresistent. Der investigative Journalist, der/die Gesellschaftskritiker/in, sie alle können irren, aber anhand neuer Information ihren Irrtum korrigieren – und selbst wenn sie es nicht tun, kann ihr Irrtum im Diskurs durch gegenläufige Information berichtigt werden, ebenso wie falsche oder virale Information entlarvt werden kann. Unter Verschwörungstheoretikern jedoch bleibt jede einmal in die Welt gesetzte Mär erhalten, werden konträr laufende Informationen ignoriert oder in das Wahnsystem eingebaut. Um beispielsweise auf Herrn Wisnewski zurückzukommen: Herr Sathom meint, daß er bestimmte Punkte (bezüglich manipulativer Medienberichterstattung) richtig benennt, und inwieweit manche seiner Erklärungen für selbige verstiegen sind, will er hier nicht weiter erörtern. Herrn Wisnewskis These aber, daß etwa Jörg Haider ermordet worden sei, wird sich unter seinen Fans so hartnäckig halten wie die Geschichten anderer Autoren von Nazibasen am Südpol, ganz gleich, welche Fakten die Zukunft zutage fördert.

Herr Sathom schließt damit für diesmal (und siehe, da ist es wirklich, zumindest vorläufig, wie von den Apokalyptikern prophezeit: DAS ENDE).

5 Kommentare zu „:: Seltsam? Aber so steht es im Katalog! (Verschwörungstheorien I)“

  1. Eine bessere Gliederung, weniger – sicher kluge aber im unmittelbaren Zusammenhang nicht unerlässliche – Einschübe und Straffung des Textes würden den Inhalt besser konturieren und die Abhandlung lesbarer machen.
    Vermutlich handelt es sich um eine Notizensammlung für ein Werk zur Definition des Literaturgenres der Verschwörungstheorie und ihrer Rolle und Wirkungen in der öffentlichen Debatte über drängende, von keiner Seite wirklich in jeder Hinsicht überzeugend beantwortete Fragen bzw. durch mehrere Fragen zusammenfassenden Themen

    1. Insgesamt stimme ich Dir durchaus zu, auch wenn mir nicht klar ist, inwieweit ausgerechnet Ranke-Graves dazu beigetragen haben soll, das „Matriarchat“ vom Ballast des Sagenhaften zu befreien. Ich empfehle übrigens bei Interesse das Werk „Männerphantasien“ von Klaus Theweleit, das, obwohl älteren Datums und teils chaotisch geschrieben und überbordend, einige interessante Beobachtungen zum Thema bereithält.
      Was die Eingangskritik betrifft, so ist der Text natürlich eine Polemik; man kann ihn als solche akzeptieren oder ablehnen, bzw. Polemik grundsätzlich für unzulässig halten, die von Dir befürchtete Wirkung bezweifle ich allerdings. Entstanden ist diese Polemik – wie andere in diesem Blog – aus der Überlegung heraus, allgemein gängige, medial verbreitete Klischees provokant aufzugreifen; beim Lesen Deiner Ausführungen scheint mir, daß sie – zumal ohne Erläuterung des theoretischen Hintergrunds, vor dem Du sprichst – außerhalb einer kleinen, ohnehin zustimmenden In-Group kaum Wirkung entfalten dürften. Das ist kein Mangel; ich arbeite jedoch einfach mit anderen Mitteln.
      Für den Hinweis auf Göttner-Abendroth bin ich dankbar und werde ihm nachgehen, möchte jedoch auch darauf hinweisen, daß sie wie Ranke-Graves nicht unumstritten ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Heide_G%C3%B6ttner-Abendroth#Kritik

    2. Da legst du den Finger in die Wunde; der Text ist zu lang, zu chaotisch, und entstammt einer Periode, in der ich kaum Zeit hatte, überhaupt zu bloggen, geschweige denn vernünftig zu straffen und redigieren. Ich plane immer mal wieder, das Thema erneut aufzugreifen und eingängiger zu gestalten, zumal ich zu einer geplanten Fortsetzung bisher nicht gekommen bin. Insgesamt bin ich wenig zufrieden damit, da geht einiges besser.

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