:: Go(d)jira tai Furankenshutain oder: Kreationisten vs. Evolutionisten

Herr Sathom sagt’s ganz offen: er hat von dieser ganzen Scheißdiskussion zum Thema „Schöpfung oder Evolution“ gestrichen die Schnauze voll. Es nimmt einfach kein Ende (erst diese Woche wieder durfte man einen Themenabend mit Diskussion auf arte bewundern) und ist so blöd wie es verlogen ist, weil es unter Vorspiegelung eines Streits um Inhalte lediglich um Interessen geht, ganz profane zumal, die weder mit religiöser Wahrheit noch mit hehrer, dem Wissenschaftsethos verpflichteter Erkenntnis zu tun haben. Weshalb Herr Sathom so denkt, wird er gerne ausführen. Er kann den ganzen Käse, der medial und in Blogs und Foren endlos wieder und wieder durchgekaut wird, als hätten wir nix Besseres zu tun, nämlich nicht mehr riechen.

Zunächst einmal: worum geht es eigentlich bei diesem Gezänk, das sowohl von religiöser wie „wissenschaftlicher“ (d.h.: naturalistischer, sich auf die Wissenschaft berufender) Seite immer wieder hochgekocht wird?

Doch wohl kaum um objektive Fakten. Die Vertreter der Religionen (d.h. der christlichen Konfessionen, da andere Religionen ja nicht befragt werden, d.h. im gesellschaftlichen Diskurs keine Rolle spielen – dies nur als Vorgriff auf die Frage, worum es eigentlich geht) werden ja wohl nicht ernsthaft behaupten wollen, der Bericht von der sechstägigen Schöpfung sei noch irgendwie wörtlich zu nehmen; und tatsächlich hatte sich die kritische Theologie ja längst auf die Version zurückgezogen, daß die Schöpfungsgeschichte eine religionshistorisch und literarisch analysierbare Fiktion sei, ehe irgendwelche protestantischen Fundamentalistenspinner – ausgehend von den USA – wieder angefangen haben, die Story als Tatsachenbericht zu propagieren (mit dem Resultat, daß nicht nur dort, sondern beispielsweise auch in Großbritannien (während in Deutschland gelegentlich versucht wird, solche Thesen in den Unterricht hineinzumogeln, vor einiger Zeit etwa in Hessen) tatsächlich ernsthaft diskutiert wird, den biblischen Schöpfungsbericht im Biologieunterricht(!) als alternative Theorie zur Evolutionslehre zu behandeln – Leute, geht’s eigentlich noch?!). Nun führen natürlich Theologen und Vertreter der etablierten Kirchen diese Debatte nicht auf so plumpe Weise wie die Hardcore-Kreationisten: weitaus sophistischer befassen sie sich etwa mit Erkenntnissen der Quantenphysik, der Urknalltheorie u.v.m. und trachten, ihren Gott bzw. sein Wirken hinter alledem noch aufzuzeigen (was letztlich trotz aller gefinkelter Überlegungen nur darauf hinausläuft, zu behaupten, man könne den alten Herrn nicht falsifizieren – wobei sie ignorieren, daß die fehlende Falsifizierbarkeit einer Hypothese bereits gegen diese spricht). Andere Vertreter des Kreationismus schwafeln von intelligentem Design (wer schon einmal an seinen Weisheitszähnen litt, wird die Intelligenz dieses Designs zweifelhaft finden), und dann gibt es – der Vollständigkeit halber erwähnt, da sie für das hier behandelte Thema keine Rolle spielen –  noch die, welche sich dieser Debatte ganz entziehen, indem sie den homo religiosus wiederbeleben und behaupten, der Mensch habe nun einmal ein Bedürfnis nach Religion, egal, ob an dieser an sich etwas dran sei, basta. Die Frage, ob nun Evolution oder Schöpfung das Irrenhaus zustande gebracht haben, darin wir unser Wesen treiben, ist daher auch nur Facette eines weitaus umfangreicheren Streits, bei dem es um nichts geringeres geht als die Kosmogonie und die ideologische Sicht auf den derselben zu verdankenden Kosmos insgesamt (auch dies im Weiteren nicht unwichtig). Es betrifft somit Herrn Sathoms Unwille sowohl das Gerangel zwischen Jenen, die eine göttliche Erschaffung des Menschen gegen dessen natürliche Evolution stellen, als auch den auf die Kosmogonie erweiterten Streit zwischen Vertretern der Erschaffung des Universums in sechs Tagen (Sonntag Ruhetag) und der Urknallhypothese, dem endlosen Gehakel um die Frage also, ob wir unser Dasein dem großen Kürbis oder einem gewaltigen, durch Kollision zweier hyperdimensionaler Hinterbacken ausgelösten Urpfurz verdanken.

Und die Vertreter der wissenschaftlichen Seite, seien sie nun agnostische bzw. atheistische Laien oder eben tatsächlich Wissenschaftler (wobei einzuschränken ist, daß Protagonisten des Streits, soweit er öffentlich stattfindet und rezipiert wird, in erster Linie Naturwissenschaftler sind – ein Umstand, der im Folgenden noch von Bedeutung sein wird)? Haben sie irgend etwas zu beweisen, daß sie sich auf den Unsinn einlassen, oder macht’s einfach Spaß, mit geschwellter Brust den Gründungsmythos der modernen Gesellschaft vom Kampf der edlen, humanistischen (was sie nicht wirklich waren) Aufklärer gegen die tumben Gläubigen noch mal reinszenieren zu können, zumal wo man heutzutage nicht mehr Gefahr läuft, dafür auf dem Scheiterhaufen zu landen (obwohl: „Nobody expects the Spanish Inquisition“, wußten schon Monty Python’s)? Plustert es ihre Egos auf, naserümpfend den Rotz in ihren Gesichtserkern hochzuziehen und mal ein bißchen lästern zu können über romantische Deppen, die ihren „Kinderglauben“ nicht aufgeben und einen „freien Willen“ haben mögen, wiewohl doch der kluge Herr Professor im Laborkittel (die neue anstelle von Gott Vater diskursbestimmende Autorität) ihnen schon tausendmal gesagt hat, derlei gäbe es nicht, und Nachtisch bald auch nicht mehr, wenn ihr nicht artig seid, verdammt noch eins, wieso hört keiner zu, obwohl wir so beschissen schlau sind? Oder geht’s ihnen darum, das Licht der Aufklärung gegen einen erneuten Ansturm aus dem finsteren Mittelalter zu verteidigen, rief allein das Vorpreschen der Kreationisten sie auf den Plan? Dann allerdings wären sie ausgemachte Narren zu glauben, daß sie diejenigen, die trotz aller naturwissenschaftlicher Erkenntnis auch bisher weiterhin an religiösen Vorstellungen festhielten, irgendwie doch noch „bekehren“ (man entschuldige die Wahl des Verbs) könnten.

Nein – um Inhalte, „Wahrheit“ oder Erkenntnis geht es hier auf keiner Seite, meint Herr Sathom, der die Diskussion ja nun schon eine Weile beobachtet. Wie er drauf kommt? Nun, schauen wir mal.

Was zunächst auffällt ist, daß die Auseinandersetzung um die Frage nach Entstehung des Menschen einerseits, nach der des Kosmos andererseits nicht um der Beantwortung der Frage selbst willen – weil es vielleicht ja interessant zu wissen wäre – geführt, sondern immer in unauflösbaren Bezug zur Debatte um Ethik und Moral gesetzt wird. Selbst wo diese Debatte nicht erwähnt wird, ist sie nicht fortzudenken, implizit stets anwesend: wann immer der Streit zwischen Kreationisten und Evolutionisten, zwischen Gläubigen und Atheisten medial oder untereinander im Web ausgetragen wird, schwingt die Frage mit, welche der beiden Parteien geeigneter wäre, normative Aussagen zu machen, d.h. zu erklären, welche sozialen und ethischen Normen und Regeln gelten sollten, aber auch, wie die Gesellschaft an sich am Besten verfaßt wäre. Während die Wissenschaft – gleich, ob es sich um Natur- oder Kulturwissenschaft handelt – zunächst einmal einfach nur forscht, wird an sie mit dem Anspruch herangetreten, letzte Fragen ebenso zu beantworten wie Religion oder Philosophie. Ihre Erkenntnisse dienen zwar einerseits zur Emanzipation von autoritären Zwängen, wie sie die Religion auferlegt, indem letztere sich auf hypostasierte Mächte (Gott, Götter) beruft; doch dabei bleibt es nicht.

Kaum daß die religiöse Autorität erledigt ist, tritt nämlich seltsamerweise eine neue auf den Plan: die der (angeblich) objektiven, „wissenschaftlich erwiesenen“ Fakten. Daß Problem dabei ist nicht, daß diese erwiesen sein mögen oder nicht, sondern vielmehr, daß sie nun normative Kraft und gesetzgebende Autorität entfalten sollen. Nun soll die Wissenschaft, die Naturwissenschaft zumal, als Kronzeuge dafür herhalten, nach welchen verbindlichen sozialen und ethischen Regeln sich gesellschaftliches wie individuelles Handeln und Verhalten zu gestalten hätten; die an sich wertfreien Ergebnisse der Forschung werden öffentlich dargestellt und rezipiert als normative Aussagen, die ihre Autorität nun nicht mehr aus der Behauptung beziehen, sich auf Gottes Willen, sondern auf objektivierbare Fakten zu gründen.

Betreffe es nun die Abtreibungsfrage („ab wann ist der Fötus ein Mensch?“), die Frage, inwieweit Menschen genetisch oder durch Sozialisation determiniert sind, oder beliebige andere – beide Seiten, die religiöse wie die naturwissenschaftliche, liefern Antworten auf diese Fragen, wobei sich jede auf eine „Wahrheit“ beruft, welche den aus ihren Anschauungen abgeleiteten Normen und Regeln erst Autorität verleiht.  Die Fiktion, auf der diese Autorität beruht, ist dabei in beiden Fällen dieselbe: daß nämlich die normativen Aussagen nicht auf Interessen, subjektive Urteile oder Interpretationen des Wahrgenommenen zurückgehen, sondern auf kosmische Gesetze, hier die Gottes, dort die der Natur.

Kurz: beide Parteien üben sich in Berufung auf eine außermenschliche – und daher von menschlichen Urteilsmängeln verschonte, also irrtumsfreie, interessenlose und unparteiische – Instanz, die insofern transzendental ist, als sie die Grenzen menschlicher Existenz nicht nur übersteigt, sondern dieser Existenz vorausgeht, sie umschließt, bedingt, hervorbringt. Eben deswegen kann, wie oben gesagt, der Streit um die ontologischen Modelle (also die Modelle beider Seiten dafür, was das „Sein“ des Menschen wie des Kosmos ausmache, „was“ und „wie“ diese seien) nicht von der Diskussion um Ethik und Werte entkoppelt werden, selbst wenn letztere nicht explizit erwähnt wird: je nachdem, wie man die Frage nach dem Sein – des Universums wie des Menschen – beantwortet, werden aus dieser Antwort Regeln abgeleitet, die als notwendig und zwingend dargestellt werden, eben weil sie in einer zwingende Konsequenzen bedingenden Grundlage – heiße diese nun Gott oder Evolution – wurzeln. Ist der Mensch von Gott geschaffen, und hat dieser Gott als unverursachter Verursacher Moralgesetze erlassen, dann beruht deren Autorität (und die ihrer Verkünder) eben auf der Gottes, an die man brav zu glauben hat; ist der Mensch Produkt der Evolution, haben deren Prinzipien (so wie sie von der Naturwissenschaft postuliert werden) die Autorität des Faktischen, aus der sich zwangsläufig imperativische Regeln ergeben – etwa die des gnadenlosen kapitalistischen Wettbewerbs. Die Autorität der Künder dieser Regeln ergibt sich hier aus der Berufung auf die „Wahrheit“ des Gesagten, das durch die naturwissenschaftliche Methodik garantiert sei, welche den Irrtum (auch den ihrer Anwender) aushebele (dies auch in Gestalt des innerwissenschaftlichen Dialogs, der gegenseitige Korrektur von Irrtümern erlaubt). Das jeweils unterschiedlich bestimmte tatsächliche „Sein“ des Menschen – gottgeschaffene Kreatur oder animalisches Ergebnis einer amoralischen Evolution – wird also als Argument dafür herangezogen, wie der Mensch sein, und sich dementsprechend verhalten solle (bzw. dürfe).

Es findet bei beiden Parteien also ein Rekurs auf eine außermenschliche Instanz statt, die – da eben von menschlichen Mängeln frei – unparteiisch, interessenlos, irrtumsfrei und objektiv sein soll: Gott ist allwissend und unfehlbar, naturwissenschaftliche Aussagen über Gene, Urknall etc. hingegen beziehen sich auf Gegenstände, die eben einfach da sind und Realität konstituieren, also ein ontologisches „es ist eben so“, das impliziert, daß jegliches Handeln, das sich an Aussagen über diese Gegenstände orientiert, einfach den so und nicht anders vorliegenden Gegebenheiten der Wirklichkeit folgt, und somit die einzige Handlungsalternative überhaupt sei.

In beiden Fällen dient der Rekurs auf diese transzendentalen Instanzen somit der Berufung auf eine Autorität – einmal die Gottes, einmal die des Faktischen – welche den Mängeln rein subjektiver menschlicher Aussagen nicht unterliegt; von Aussagen über von dieser Instanz abgeleitete Werte, Normen, Regeln, aber auch ontologische und anthropologische Thesen und Gesellschaftsentwürfe erhalten erst dadurch den Anschein, nicht von Interessen geleitet zu sein, sondern tieferliegende Wahrheiten auszudrücken, welche normative Aussagen als alternativlos begründen.

Während Priesterschaft und Theologie hier dem Nachteil unterliegen, daß man ihren Aussagen einfach glauben muß, kann derjenige, der sich auf naturwissenschaftliche Erkenntnis beruft, die Meriten wissenschaftlicher Theoriebildung und Methodik zum Beweis dafür anführen, daß seine Aussagen ja auf objektiven Sachverhalten beruhen und nicht etwa nur Irrtümer oder Ausdruck von Eigeninteresse sind; die Täuschung liegt hier nicht etwa darin, daß wissenschaftliche Methode, Theoriebildung und Dialog nicht tatsächlich subjektiven Irrtum eindämmen oder eine gewisse Autorität in Bezug auf reine Sachaussagen begründen würden, sondern darin, daß suggeriert wird, jene Irrtumsfreiheit und Autorität bezögen sich nicht nur auf die empirisch begründete Erkenntnis von Fakten selbst, sondern auch auf von dieser abgeleitete Aussagen, die gar nicht mehr wissenschaftlich (und von der wissenschaftlichen Erkenntnismethode abgedeckt) sind, sondern meinungs- und interessengesteuerte normative Äußerungen. Der Schwindel ist also nicht der, daß das wissenschaftliche Vorgehen nicht wirklich möglichst irrtumsfreie, ggf. laufend korrigierbare Erkenntnis bezüglich der Forschungsgegenstände (und ausschließlich dieser) mit sich brächte, sondern daß unterstellt wird, die Qualität der Irrtumsfreiheit vererbe sich gewissermaßen auch auf völlig unwissenschaftliche Aussagen, so lang diese nur – und sei es rein rhetorisch – in Bezug zu wissenschaftlicher Erkenntnis gesetzt werden (wobei der Aspekt der laufenden Korrektur ggf. unterschlagen, die wissenschaftliche Erkenntnis und die aus ihr gezogene Schlußfolgerung als „letzte Antwort“, als endgültige Wahrheiten gehandelt werden).

Damit dies funktioniert, dürfen beide Streitparteien (auch sich selbst gegenüber) allerdings nicht eingestehen, daß sie von einem Interesse geleitet sind (nämlich dem, die normative, tonangebende gesellschaftliche Autorität zu sein, woran wiederum ein materielles Interesse geknüpft ist: nämlich das, sich in dieser Position durch Einnahmen, seien diese nun Kirchensteuern oder Forschungsgelder, substituieren zu können). Das Eingeständnis eines Interesses läßt die Argumente, vermittels derer es vertreten wird, auf der Ebene normativer Diskussion bereits suspekt werden; vom Argument muß daher behauptet werden, daß es auf objektiven Tatsachen, auf „Wahrheit“ beruhe, es muß ihm also Autorität (die dann wieder auf diejenigen, die es vertreten, abfärbt) verliehen werden, indem unterstellt wird, es spiegele die objektive Verfaßtheit des Kosmos (der „Welt“) wieder. Nur dann, unter den Bedingungen dieser Fiktion, entfalten die eigenen Aussagen normative Kraft: hat Gott die Welt und den Menschen geschaffen und moralische Gesetze erlassen, dann sind diese imperativisch – es muß ihnen (und ihren Kündern auf Erden) alternativlos gehorcht werden; ist der Mensch Ergebnis der Evolution, dann sind die Regeln des survival of the fittest und des „egoistischen Gens“ (in der populär mißverstandenen Bedeutung) der Imperativ, dann ist der Ellbogenkapitalismus die einzig richtige Gesellschaftsform, weil er transzendentalen Prinzipien folgt (und die Aussage, daß er dies tue, die „Wahrheit“ – also die ultimative Erkenntnis – ist), dann sind gesellschaftlicher und sozialer Erfolg genetisch ebenso determiniert wie Rolle und Stellung der Frau, dann ist die Forderung nach Chancengleichheit in der Bildung obsolet (weil man bildungsfern oder –nah geboren wird), usf.

So; damit muß es für den Moment genug sein. Herr Sathom weiß, daß er hier einige Behauptungen (schöner klingt: Thesen) aufgestellt hat, die möglicherweise denen, die sich als aufgeklärte Rationalisten (vielleicht als „Brights“ gar) verstehen möchten, eine fiese Unterstellung bzw. ein Angriff scheinen mögen, deren Begründung dabei unklar bleibt, insbesondere dann, wenn sie etwa mit der Kritischen Theorie, insbesondere den Thesen des Herrn Habermas zu Erkenntnis und Interesse, nicht vertraut sind. Doch getrost: Herr Sathom wird aufklären, wie er zu derlei Aussagen kommt. Er hat sich jedoch, da aufgrund notwendigen Broterwerbs unter Zeitmangel leidend und zudem gesundheitlich angeschlagen, dazu entschlossen, das Thema – wie es ihm auf anderen Blogs ja auch begegnet – in Fortsetzungen abzuhandeln. Dies um so mehr, als ihm bewußt ist, daß seine Artikel ohnehin lang sich dahinwindende Textmonstren sind. Er wird in einer weiteren Folge daher abhandeln, wie er seine Ansichten begründet, und in einer dritten (soweit das Folgenschema geplant ist), welche Folgerungen sich seines Erachtens daraus ergeben; es wird dabei unter anderem darum gehen, weshalb er meint, daß im öffentlichen, ethisch-normativen Diskurs die Interessen der Individuen und gesellschaftlichen Gruppen allein bestimmend sein sollten (bzw. daß sie dies bereits sind, was jedoch offen eingestanden werden müßte), dieweil autoritative Aussagen gleich welcher Art, beruhten sie nun auf Glaube, metaphysischer Spekulation oder naturwissenschaftlicher Erkenntnis, darin nichts zu suchen haben; und weshalb er dafür eintritt, das Primat der Religion und der Naturwissenschaft als gehörter Autoritäten aufzubrechen und auch kritisch-philosophischen, sozial-, politik- und kulturwissenschaftlichen Stimmen weitaus mehr Gehör zu verschaffen, da diese den Diskurs selbst weitaus besser analysieren und ggf. korrigieren können, als bisher der Fall ist (worum es Herrn Sathom dabei auch bestellt sein wird: weshalb dies bisher nicht stattfindet (wer mitgedacht hat, darf schon mal raten, warum)). Für heute muß aber erst einmal Schluß sein, Herr Sathom bedauert; anderes ruft, die Erkältung waltet, und Herr Sathom hat nur schon mal angefangen, weil er einfach mal Dampf ablassen mußte, so sehr geht ihm das alles auf die Fortpflanzungsorgane, dieweil eingangs erwähntes arte-Programm ihn mal wieder an das Thema gemahnte (und hei, ist es nicht auch spannend: jetzt gibt es neben der Verschwörungssache schon zwei Serien auf Herrn Sathoms Blog, das ist doch auch was, jetzt kann man sich auf etwas freuen und der nächsten Folge entgegenfiebern, ganz wie bei „Heroes“ – na ja fast, Herr Sathom ist nun mal leider nicht Hayden Panettiere).

P.S.: Um ein Mißverständnis, sofern nicht bereits geschehen, noch auszuräumen: don’t worry – Herrn Sathom geht es hier nicht im Geringsten darum, Wissenschaftsschelte zu betreiben, schließlich ist er ja zumindest seinem Abschluß zufolge selbst Wissenschaftler (allerdings nicht den einzig wahren, einzig nützlichen, aktuell einzig überhaupt der Anhörung für Wert befundenen und fashionablen Naturwissenschaften, sondern der dummerweise noch etwas kritischen und lästigen Zunft, die man in „Kulturwissenschaft“ umgetauft hat, verpflichtet – weshalb er aus deren Perspektive zur Abwechslung auch mal was zum Diskurs beitragen will, was er für dringend notwendig hält). Um „die Wissenschaft“, auf welche die Kreationisten einschlagen und dabei gegen deren Anhänger den Vorwurf der „Wissenschaftsgläubigkeit“ erheben, geht’s Herrn Sathom also gar nicht, um das wissenschaftliche Ethos (so man sich denn dran hält) schon gar nicht, sondern darum, was von Interessenvertretern aus wissenschaftlichen Forschungsergebnissen gemacht wird (allerdings auch darum, wie und weshalb sich einzelne Wissenschaftler daran beteiligen). Nicht ganz unbeteiligt an dem ganzen Zirkus sind übrigens auch die Philosophen (von denen es sone und solche gibt, die Herr Sathom also nicht in toto negativ zu kritisieren gedenkt), die seit einiger Zeit wieder fröhliche Urständ feiern – doch auch dazu später mehr.

P.P.S.: Und weil Herr Sathom es in seinen vergangenen Artikeln – einschließlich des gerade gelesenen – nun schon zweimal gesagt hat und aller guten Dinge drei sind, noch einmal zur Abrundung: Hayden Panettiere! Teufel noch eins aber auch.

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