:: Zensursulas Erben oder: Die Schreckensnacht der Reitenden Zensoren

Griechenland und die Euro-Krise beherrschen die Medien, und vielleicht ist das einer der Gründe, daß derzeit beinahe völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit die Ministerpräsidenten der Länder einen Eingriff in die Selbstbestimmung mündiger BürgerInnen bei Nacht und Nebel durchwinken können, ohne groß dabei behelligt zu werden, nachdem vor noch nicht allzu langer Zeit ähnliche Bestrebungen der dafür als „Zensursula“ gescholtenen Frau von der Leyen auf breiten Widerstand stießen.

Bitte was ist los? Worüber erregt sich Herr Sathom denn jetzt wieder?

Gemeint ist der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV), vorangetrieben u.a. von Herrn Kurt Beck, der damit den Stab des Großinquisitors von Frau von der Leyen übernimmt; unter dem Deckmäntelchen des Jugendschutzes betreibt dieser Vertrag trotz vielfältiger fundierter Kritik – etwa seitens der Piratenpartei (siehe hier), aber auch z.B. des Abgeordnetenhauses von Berlin (siehe hier) – nach Auffassung von Kritikern, auch der von Herrn Sathom, die Installation einer Totalzensur des Internet durch die Hintertür (oder schafft zumindest die Voraussetzungen für eine solche).

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:: Wichtige E-Mail damit ich Sie stören aber dringendste Geheimhaltung!

Sehr geehrte Dame,

sehr geehrter Herr,

bekommen auch Sie gelegentlich Mails solchen oder ähnlichen Inhalts?

„Good day.

My name be Boozealonga Getlaide. I am honoured minister of finances of Republic of Nymphomania and I contact you in a matter of desperate urgency. We need trustworthy person to do business with; the current government of Nymphomania is attacked by evil feminist pygmy rebels from cutchacockoff tribe and we need to secure financial funds in other cuntry. We have $35 Million we want to put on your bank account before transfer in to Federal Republic of Whatchamacallit so to make transfer out of our country look like business deal. This is because law in Nymphomania forbids transfer of government funds. Because therefore we will claim funds is contract pay for you company for erecting processing plant for toys harvested in Nymphomanian Hullo Keetty Mines. You can keep 20% of sum for your efforts. This is official request and absolutely (me swear honest injun) authorized by president Sweatunda Armpits. Please answer quickly if deal can be made for this is matter of extremest urgency.

I will wish to you for answer to e-mail boozelikenotomorrow@scammalia.com only and tell no one of I mailed you for secrecy is of uttermost impotence here. Since being involved servants of state who not want may be made public. And I will like to have your telephone number, home address, and bank account data to make business quick and have your photo too.

I hope for you answer quickly.

Boozealonga Getlaide

Minister of fraud and finances

Repuberty of Nymphomania“

Oder:

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::TV-Tipp: Mengeles Erben

Am 18.05. wiederholt arte um 10:50 Uhr die Dokumentation „Mengeles Erben – Menschenversuche im Kalten Krieg“, eine eindringliche und verstörende Schilderung von Versuchen, bei denen auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ persönlichkeitsverändernde Drogen, chemische Kampfstoffe, tödliche Krankheitserreger und Auswirkungen von Nuklearwaffentests an Menschen erprobt wurden. Der Film zeigt nicht nur, wie neben Freiwilligen (etwa in den USA Siebenten-Tags-Adventisten im Gegenzug zur Befreiung vom Kriegseinsatz in Vietnam) auch eigene Soldaten, Kriegsgefangene (in die CSSR und UdSSR verbrachte amerikanische Gefangene aus Vietnam), Dissidenten und politische Häftlinge für die Versuche mißbraucht wurden, sondern beleuchtet auch die skandalöse und beschämende Ignoranz offizieller Stellen gegenüber der Aufklärung dieser Verbrechen: so etwa, daß an den in der ehemaligen CSSR unternommenen Experimenten keinerlei Aufklärungsinteresse des Westens besteht, da nach dem NATO-Beitritt Tschechiens damalige Forschungsergebnisse nun dem eigenen militärischen Wissensstand dienen (so nahmen Angehörige der tschechischen „Chemischen Armee“ auf US-Seite am 1. Golfkrieg teil). Ein Desinteresse der Öffentlichkeit bzw. der Medien läßt die Dokumentation dabei ebenfalls nicht unerwähnt, etwa was die Gleichgültigkeit gegenüber Aussagen von nordkoreanischen Flüchtlingen über die Zustände in dortigen Gefangenenlagern betrifft. Die Macher sind dabei bezüglich der Glaubwürdigkeit mancher Zeugen durchaus nicht unkritisch, so daß nicht der Eindruck entsteht, hier würden Verschwörungstheorien gesponnen. Dies ist um so notwendiger, als man sich der Versuchung, echtem Archivmaterial stellenweise Spielszenen zur Seite zu stellen, offenbar nicht immer entziehen konnte – einer leider zeittypischen Unsitte, die bedauerlicherweise heutzutage mancher Dokumentation nach Herrn Sathoms Auffassung weit mehr schadet als nützt. Herr Sathom empfiehlt, sich das Werk anzusehen und eigener kritischer Würdigung zu unterziehen; er weist jedoch warnend darauf hin, daß – allerdings nur vereinzelte – Bilder von menschlichen Opfern sowie von Versuchstieren durchaus grauenhaft sind. Eines, was derlei möglich macht, ist jedoch eben das Verschließen der Augen vor solchen Schrecken und Perversionen – und wie am Ende des Films ein Mitarbeiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums richtig sagt: als Stalin die Gulags errichtete und die Nazis die KZs, gab es keine weltweit operierenden Medien, keine Satelliten, keine entsprechend zugängliche Information – wir jedoch haben diese Ausrede heute nicht mehr.