:: Wege zum Glück

…oder: Gesundheit ist die Hauptsache, vor allem demnächst.

Das Thema ist an sich nicht neu, sondern spätestens seit der unsäglichen Dudelschmonzette „Don’t worry, be happy“ und dem ebenso zynischen Ramschschmöker „Anleitung zum Unglücklichsein“ – kurz, seit den narzißtischen 80ern – ein Dauerbrenner in populärpsychologischen Lebenshilferatgebern, esoterischen Zirkeln und schlampig zusammengehauenen, von Binsenweisheiten strotzenden Zeitschriftenartikeln: die Frage, wie man es denn schaffen könne, glücklich zu sein, und das bitteschön möglichst ununterbrochen, beschäftigt und ernährt ganze Branchen.

In letzter Zeit fällt Herrn Sathom jedoch auf, daß die Behandlung jener Problematik, die offenbar Unzählige umtreibt, noch einmal inflationär zugenommen hat, wobei sich zu dem quantitativen Anstieg medialer Aufmerksamkeit der neue Faktor höherer Weihen gesellt: selbst in „seriösen“ Talkshows der öffentlich-rechtlichen Dritten, ja sogar letztens am Sonntag im „Wissenschaftsforum Petersberg“ des Senders Phoenix beschäftigen sich mittlerweile die üblichen Sinngebungsexperten, Philosophen und andere Spin-Doktoren des gesellschaftlichen Bewußtseins (was, zum Teufel, soll beispielsweise ein „Glücksökonom“ sein, wie einer der Diskussionsteilnehmer auf dem Petersberge tatsächlich betitelt ward?) hochgelehrt und weise mit der Frage, was Glück sei, was glücklich mache, und vor Allem: ob Geld dazu beitrage und wie es auch ohne dasselbe ginge.

Herrn Sathom bringt das ins Grübeln. Daß die Frage nach dem Glück – bisher behandelt von irgendwelchen Hirschausens, deren These vornehmlich lautet, daß unglücklich nur die Doofen seien – solche Relevanz erhält, daß sie nunmehr vielen Sendeorts auch die wissenschaftlichen Eliten in Fahrt hält, oft souffliert von wohlbestallten und erfolgreichen Glückspilzen, von denen man sich Rat aus der Praxis erhofft, mag in Zeiten der Finanzkrise, da die Schere zwischen Arm und reich immer weiter aufklafft, viele den sozialen Abstieg dräuen sehen und allenthalben Frust und Murren – derzeit nur kurz gedämpft durch das Anästhetikum der Weltmeisterschaft, in deren Verlauf, so die Regenbogenpresse (Herr Sathom weiß nicht mehr, ob „B.Z.“ oder „Bild“), Herr Mesut Özil uns bereits einmal „ins Glück“ geschossen hat – herrschen, durchaus nachvollziehbar sein. Jedoch findet Herr Sathom, daß die Art, wie die Frage gestellt und wie sie beantwortet wird, durchaus Anlaß zur Analyse sei.

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