:: A propos de Cologne I½ – Kurzer biographischer Einschub

Was bisher geschah: Sexuelle Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht +++ Täter offenbar überwiegend keine weißen Inländer +++ Konservative und Rechte schreien „Aha!“ und freuen sich +++ Feministinnen melden sich und sagen: „Moment! Wie weisen seit Ewigkeiten auf Übergriffe hin, die von westlichen Männern begangen werden, und das wird immer geleugnet oder heruntergespielt; die Männer behaupten stets, da war nix.“ +++ Das konservative Männerkartell röhrt auf: „War auch nicht! Nur Ausländer machen so was – wegen ihrer Kultur! Wir (ebenfalls kulturbedingt) nie! Schon wieder alles gelogen!“ +++ Herr Sathom meint: Isses nicht.

Man(n) hast sich beim Lesen des letzten Beitrags an dieser Stelle vielleicht gefragt, weshalb Herr Sathom meint, daß die von Feministinnen und Frauenberatungsstellen vorgebrachten Zahlen stimmen; woher er „wissen“ will, daß sie nicht übertrieben sind. Nun. Von allen Frauen, die er in seinem Leben kennengelernt hat, hat ihm beinahe jede zweite von sexuellen Belästigungen jeder Art erzählt – angefangen bei auffällig gesuchter Nähe (Berührungen) bis hin zu körperlichen Übergriffen. Lassen wir mal beiseite, ob das statistisch aussagekräftig ist (dann wären wir schon bei 50% – was nicht hieße, daß jeder zweite Mann so etwas tut, sondern nur, daß die es tun sehr umtriebig sind); Herr Sathom hat extrem aufdringliches bis bedrohliches Verhalten – trotz wiederholter „Neins“ – auch gelegentlich in einer Weise miterlebt, die ihn zum Eingreifen nötigte. Die Täter verkrümeln sich, wenn ihnen entgegen tritt; bei ihrem aggressiven Auftreten blieb es in diesen Fällen zum Glück. Wen aber will man da „anzeigen“? Das Phantom von der Bushaltestelle? Herr Sathom würde mal schätzen, daß 80% der Übeltäter, von denen ihm erzählt wurde, westliche Männer waren. Keine der Frauen, die ihm solche Erlebnisse mitteilten, hat sie angezeigt (bestenfalls darüber nachgedacht). Hauptgrund: es vergessen, hinter sich lassen wollen, das Gefühl, beschmutzt worden zu sein, das sich Außenstehenden – auch Polizist(inn)en – nun einmal ungern mitteilt. Und dann noch Folgendes. Je höher der „zivilisatorische Level“ der Männer, desto raffinierter gehen sie offenbar vor, soweit Herr Sathom das beurteilen kann. Sie wissen, die Situationen zu schaffen, in denen sie mit der Frau allein sind; sie verstehen es, ihr Verhalten in Anwesenheit Dritter vieldeutig zu gestalten. Ist die Hand auf der Schulter nur nett gemeint oder übergriffig, ab welcher Häufigkeit/Penetranz ist sie es, erweist sich frau vielleicht als albern oder zickig, wenn sie darauf hinweist, daß sie das nicht möchte? Ist das Belästigung oder nicht, wenn die Auszubildende vorbeikommt und das Gespräch der Anzugträger über ihre (herabsetzend geschilderten) weiblichen Eroberungen lauter wird, und einer damit prahlt, kondomfrei alles flachzulegen, weil er „den Geruch von verbranntem Gummi“ nicht möge? Nicht wen, aber was wollte man da anzeigen? „Entschuldigung, Officer, da rückt mir immer einer so komisch auf die Pelle – glaub ich jedenfalls.“ – „Ach ja? Armlänge, ne.“

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