:: Tucholsky. Das war mir ja einer.

Na, icke mal wieder: Den halben Nachmittag Tucholsky gelesen. Tucholsky!

Ich bin so gebildet.

(Tucholwer? höre ich junge Millenial-Hipster fragen; nun, Kurt Tucholsky (1890 – 1935) schrieb zur Weimarer Zeit (eine rückständige Epoche, daselbst man seine Mitmenschen noch hören konnte, ohne sich vorher einen Bluetooth-Stöpsel aus dem Ohr zu fummeln) politisch-satirische Glossen und Kolumnen für die Wochenzeitschrift Die Weltbühne. Tucholsky war nicht nur linker Pazifist und hellsichtiger Warner vor den Nazis; sein Intellekt, seine Analysefähigkeit und sein treffsicherer Witz waren von einer Schärfe, die heutige journalistische Glossenschreiber sich wünschen müßten, würden sie sich nicht fälschlich einbilden, beides zu besitzen. Er aber führte eine flotte Klinge – geschliffen formulierungsstark, originell dort, wo gerade mancher bürgerliche Kolumnist unserer Tage nur Denkklischees und Stereotypen reproduziert, und beißend komisch, wo sich jener krampfhaft um Witzigkeit bemüht. Manche seiner Stücke mögen inhaltlich nur noch von zeithistorischem Interesse sein, andere dagegen sind gerade heute noch brennend aktuell, und lesenswert allesamt. Na ja, findet jedenfalls Herr Sathom.

Hier, wer auch mal will: Kurt Tucholsky bei Textlog.

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