:: Boom-Boom Boomer Gender Boom Gender

… Boom-Boom Gender Gender Boom-Boom! Boom-Boo… oh.

Ähem.

Was wollte ich gerade … ach ja.

Lieber Nicolas Wildschutz!

Du hast da neulich auf Meedia.de eine Kolumne veröffentlicht, die sich an alle Boomer*innen, also die Generation der jetzt ca. 50plusjährigen richtet; und weil Du uns so freundlich ansprichst, will ich dir eine Antwort nicht schuldig bleiben.

Oh, kurz noch vorweg, weil ich hier nicht alles wiederkäuen will: Alle, die nicht Nicolas Wildschutz sind, müßten den verlinkten Artikel (keine Angst, er ist kurz) nämlich lesen. (Ja. Vorher.)

Okay, vielleicht müßt Ihr das auch nicht, es sollte auch so klar werden, wovon die Rede ist. Aber ein Blick auf die Originalquelle empfiehlt sich immer.

Fertig? Gut.

Also, lieber Nicolas W., usw., usw.:

Laß mich dir zunächst zu dieser journalistischen Glanzleistung gratulieren; sie zeigt, daß Du auf dem besten Weg bist, ein künftiger Meinungsmacher zu werden – um so erstaunlicher, als Du ja selbst noch die Journalist*innenschulbank drückst. Dennoch lieferst Du bereits ein Stück ab, das man anderen Schüler*innen als Lehrbeispiel vorführen könnte; denn es illustriert drei Dinge, die alle Meinungsmacher*innen unbedingt wissen müssen:

Erstens, wie verfasse ich einen Text, der ein Thema zu behandeln vorgibt, tatsächlich aber eine ganz andere Agenda verfolgt; zweitens, wie versuche ich, in diesem Text direkt abzustreiten bzw. zu verbergen, daß ich eine solche Agenda verfolge; und drittens, was habe ich davon.

Also beim vorliegenden Text: Wie tue ich so, als setzte ich mich für gendergerechte Sprache ein, nutze diese Ausrede dann aber hauptsächlich dazu, ältere Menschen, die Generation der „Boomer*innen“, pauschal als rückständig zu diffamieren; na ja, und wieso womöglich.

Leider unterlaufen dir in diesem Fall einige kleinere Fehler, die deine Absicht dann doch untergraben bzw. durchschaubar machen (sofern es sich um eine bewußte Absicht handelt und nicht um eine, die Du selbst nicht reflektierst, die der Text aber verrät). Erlaube mir daher, dir dahingehend einige Ratschläge zu geben, wie altväterliche Nachkriegsgeburten es eben gern tun.

Beginnen wir mit der Überschrift, die das Thema setzt. Wieso wir – die Baby-Boomer*innen also – gegen gendergerechte Sprache wären, fragst Du. Eine bloße Antwort darauf könnte kurz ausfallen: Gar nichts.

Denn weißt Du, „uns“ gibt es so wenig wie „die Frauen“ oder „die Ausländer“. Wir „Boomer*innen“ sind eine durchaus diverse Gruppe. Gut, vielleicht bist Du zu jung, um das zu wissen: Daß z.B. auch die Frauenbewegung, oder die Umweltbewegung der 80er, von Boomer*innen mitgestaltet wurden; oder daß die Genderforschung an den Universitäten, auf deren Ergebnissen ihr jetzt aufbaut, von unserer Generation begründet wurde. Zu der – Du wirst es nicht glauben – auch schon bereits Schwule, Lesben, Frauen usw. usf. gehörten, nicht nur weiße Hetero-Cis-Opas. Schön, es mag sein, daß wir die Welt nicht in ein paradiesisches Utopia überführen konnten; womöglich haben wir deswegen trotz unserer Umtriebe verdient, ins gesellschaftliche Abseits verrentet zu werden, wie Du am Ende deines Artikels phantasierst.

Womit wir schon bei der versteckten Agenda wären.

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