:: Ein paar Gedanken zu Demonstranten

Ist mir nur so aufgefallen: In Rußland gehen derzeit Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straße, obwohl es für sie schwerste Konsequenzen haben kann. In Deutschland haben Menschen zwei Jahre lang gegen Maskenpflicht und Corona-Maßnahmen demonstriert, weitgehend unbehelligt von der Polizei; sich aber gleichzeitig als heldenhafte Freiheitskämpferïnnen und Verfolgte eines Unrechtsregimes dargestellt, das ihnen Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit raubt.

Ich habe nicht bemerkt, daß irgend jemand von diesen Leuten, die auf ihr Demonstrationsrecht so großen Wert legen, es jetzt für Teilnahme an Antikriegsdemos nutzen. Vielleicht tun das einige, und ich hab’s nicht mitbekommen; aber für viele gilt das Gegenteil. Die Querdenker-Szene scheint auf einen Pro-Putin-Kurs einzuschwenken.

Hier also Egoistïnnen, die schon ein paar Einschränkungen ihrer Bequemlichkeit zugunsten der Allgemeinheit als verbrecherischen Anschlag auf ihre Freiheit empfinden – und sich selbst als tapfere Heldïnnen, die dem ultimativen Bösen die Stirn bieten. Jede(r) mindestens eine Sophie Scholl oder ein Georg Elser, wenn man nicht gleich die Verfolgten des Nazi-Regimes verhöhnt, indem man sich mit ihnen gleichsetzt.

Dort Menschen, die wirklichen Widerstand leisten; die Leib und Leben riskieren, um gegen Putin zu opponieren – von den Ukrainerïnnen, die Furchtbares durchmachen und weiterkämpfen, ganz zu schweigen. Und was tun die hiesigen Möchtegerne? Genau.

Wie gesagt: Ist mir nur so aufgefallen.

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