:: Web-Tipp: Willkommen beim Browser-Ballett

So, hier der erste der versprochenen Kurzbeiträge. Wenigstens einer. Ob ich mehr schaffe, weiß ich nicht. 🙄

Ich hatte vor einiger Zeit einen Artikel mit „Wieso wußte ich nicht, daß es das gibt?!?“ betitelt; wäre die Überschrift nicht schon verbraucht, könnte ich sie auch über das hier setzen.

Also: Wieso wußte ich bis vor Kurzem nichts vom Browser Ballett?!?

Sicher – ich bin ein „Alter Weißer Mann“(TM) und nicht immer auf dem Laufenden, auch wenn ich mich bemühe; und ich glaube, ich bin auf den Namen Browser Ballett (ehemals Bohemian Browser Ballett) sogar einige Male gestoßen, und habe bloß nie wirklich darauf geachtet. Aber trotzdem.

Jedenfalls hab ich erst neulich mal auf eines der Videos geklickt, weil es in YouTubes Vorschlagsliste erschien.

Was soll ich sagen? Ich bin vor Lachen vom Stuhl gefallen. 😀

„Was darf Satire?“ fragte einst Kurt Tucholsky, und das Browser Ballett brüllt die Antwort „Alles!“ mit 100-Millionen-Watt-Lautsprechern zurück. Die Videos sind umwerfend komisch, treffen immer ins Schwarze und dabei manchmal so genau, daß es eigentlich aufhört, komisch zu sein, man aber – vielleicht gerade deswegen – hilflos kichernd zusammensackt. Dabei wird nichts und niemand verschont, und jede politische Fraktion oder gesellschaftliche Gruppe bekommt ihr Fett ab. Ob es die katholische Kirche ist („Jesus – Katholische Kirche Edition“) oder gleich ein bißchen Blasphemie („Die Ostergeschichte nach Browser Ballett“), ob Nazis, Bundeswehr oder auch die Gaming-Szene, Spieleproduzenten, oder linksgrün bewegte Leute – für jeden ist etwas Spott dabei. Sogar sich selbst als Satirikerïnnen verschonen die Ballettleute nicht. Das gab und gibt natürlich auch Ärger, z.B. mit der AfD; das ist aber eher ein Ritterschlag.

Das Browser Ballett hat auch einige satirische Computerspiele produziert, von denen ich allerdings jetzt noch keines getestet habe; die Videos selbst sind oft aufwendig und mit viel Liebe zum Detail gemacht. Neben Easter Eggs für Leute, die sich auskennen (z.B. im Gaming-Bereich) enthalten sie oft versteckte Gags, die erst bei nochmaligem oder sehr aufmerksamem Sehen auffallen (achtet mal auf das „5G“-Schild in „Impfgegner im Mittelalter“). Außerdem treten immer wieder Prominente von inner- und außerhalb des Web als Gäste auf.

Na, was soll ich noch sagen. Das Browser Ballett macht derzeit auch Sommerpause, aber der Kanal enthält tonnenweise Material. Da die Videos meist unter vier Minuten lang sind, kann man sie leicht zwischendurch schauen oder sogar wegbingen, und es bleibt immer noch genug für weitere Besuche.

Bei so viel Produktion schwankt die Qualität natürlich, bleibt aber selbst bei schwächeren Videos hoch. Persönliche Empfehlungen fallen schwer, da ich fast alle Beiträge sehr gut finde; aber wenn ich welche abgeben müßte, wären es z.B. „Kopftuchstreit im Nazi-Shop“, „Rich Lives Matter“, „Selber schuld – wenn das Kleid zu kurz ist“ und das schon erwähnte Mittelalter-Video.

Fazit: Browser Ballett nicht gucken ist wie in Berlin wohnen und noch nie bei „Gutes Wedding – Schlechtes Wedding“ gewesen sein; daher Glotz- und Lachbefehl.


P.S. Wieso das „Bohemian“ im Namen irgendwann weggefallen ist, weiß ich nicht; Wikipedia auch nicht. Und für mehr Recherche bin ich zu faul.

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