Archiv der Kategorie: Games

:: Wer war Jack Chick?

Manfred Krug, Götz „Schimmi“ George – die Liste der in diesem und dem letzten Jahr verstorbenen Stars setzt sich fort. Ein anderer Abschied ist hierzulande – wenn überhaupt – vielleicht nur wenigen älteren Nerds, besonders Fans von Fantasy-Rollenspielen und Comics, aufgefallen. International rief er, besonders im englischsprachigen Raum, in einschlägigen Kreisen durchaus ein größeres Echo hervor.

Jack T. Chick, Mr. Satanic Panic, ist tot.

Rollenspieler alter Schule, die schon seit den 1980ern dabei sind, Comicfans, Atheisten, aber auch Anhänger jeder nicht christlich-evangelikalen Religion von Juden bis Muslimen, kannten ihn – verlacht, gehaßt, aber auch von gläubigen Anhängern umgeben, einen Mann, in dessen hausgemachten Comics – einige auch von seinem Hofzeichner Fred Carter ausgeführt – Vorurteile, Dämonenparanoia und die Drohung ewigen Höllenfeuers brutzelten wie ein reifer Mitesser auf dem Eiterherd.

Wer also war Jack Chick?

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:: Dawn of the Data Dealers

Zur Abwechslung wieder mal ein Hinweis auf ein Kickstarter-Projekt. Das Browsergame Data Dealer kann man vor dem Hintergrund der aktuellen Datensammeldebatte als besonders förderungswürdig erachten – oder auch einfach deswegen, weil es das Thema auf ungewöhnlich witzige, schwarzhumorige Weise satirisch auf den Kopf stellt (um es mit den Worten einiger Rezensenten zu sagen: Kritik durch Nachahmung übt).

Die zumeist österreichischen Macher der Firma Cuteacute bitten nun um finanzielle Unterstützung bei der Fertigstellung des Spiels, das sich seit zwei Jahren in der Entwicklung befindet (also keineswegs bloß die kürzlichen Enthüllungen zu PRISM & Co. ausnutzen will).

Data Dealer versetzt den Spieler in die Rolle eines Datenhais, der weltweit Daten von Privatpersonen und Firmen ausschnüffelt, diese verkauft, oder sich mit konkurrierenden Datenkraken herumbalgt. Ein Demo-Video und spielbare Demos überzeugen dabei durch schwarzen Humor, der an Klassiker wie Nuclear War erinnert, und zugleich, um ein Klischee zu bemühen, auf das man als Piefke sofort verfällt, „typisch österreichisch“ daherkommt, süffisant, bissig, ätzend, und doch mit jeder Menge Charme. Die Anspielungen aufs reale Leben sind witzig und gelungen: da wird die Sozialplattform Tracebook abgefischt oder die Suchmaschine Schmoogle; eigene Netzprojekte wie Partnerbörsen können initiiert werden, um die Kundschaft zur freiwilligen Preisgabe ihrer Daten zu verlocken, und es gilt, Psychologen zu deren Auswertung, „Werbe-Fuzzis“, andere Helfershelfer und, natürlich, Praktikanten anzuheuern; der datenjagende Spieler darf sich dabei so skrupellos wie möglich gebärden, um die Konkurrenz auszustechen (und, idealerweise, die Ergebnisse von deren Datenschnüfflei zu klauen). Wem das anstößig erscheint, der rufe sich den alten Satz ins Gedächtnis, daß Satire alles darf; und Data Dealer tut, was sie darf, mit großartigem Humor und äußerst unterhaltsam.

Das Browsergame wird free to play sein und soll unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht werden.

Eine schon existierende Demo-Version wurde bereits mit Preisen bedacht und erfreut sich hervorragender Presse; auch international, bis in die USA, fand das Projekt mediale Beachtung.

Herr Sathom wird selten enthusiastisch, aber Data Dealer und das sympathische (soweit sich das der Videobotschaft auf Kickstarter entnehmen läßt) Entwicklerteam, findet er, verdienen wirklich, wirklich Unterstützung – und die Welt ein Spiel wie Data Dealer.

Es sind noch fünf Tage Zeit – bleibt zu hoffen, daß die Endsumme bis dahin erreicht wird.

Übrigens: aufgrund entsprechender Nachfrage kann man Data Dealer alternativ auch via PayPal unterstützen, während Kickstarter nur Kreditkarten zuläßt.

Links:

Kickstarter-Seite

PayPal-Seite

Herstellerseite mit Demo-Video und spielbarer Demo-Version

Presse- und Medienspiegel

Artikel im New Yorker

Erwähnung in der Washington Post
(Anm.: der Artikel in der Rubrik Innovations befaßt sich mit mehreren solchen und beginnt mit einem astronomischen Thema; Data Dealer wird unter Punkt 3) erwähnt)

The Guardian – Technology Blog
(wiederum einer von mehreren Punkten im Artikel)

:: Great Giana Sisters: Back in Style

Herr Sathom macht ja sonst keine Reklame, weil er Reklame verabscheut, aber das Folgende veranlaßt ihn zur berüchtigten Ausnahme von der Regel.

Bestimmt erinnern sich viele Computerspiel-Nostalgiker wehmütig an die Great Giana Sisters, jenen berühmten Mario Brothers-Clone, der schnell Kultstatus erlangte. Anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Jubliäums der Erstveröffentlichung planen Black Forest Games eine Neuauflage, die durch das Project Giana auf Kickstarter per Crowdfunding finanziert/unterstützt werden kann. Der Videotrailer des Games verspricht Einiges an phantastischer Optik und Sound, und die umfangreichen Informationen zu Artwork, Gegnern und Spielmechanismen, die sich auf der Kickstarter-Seite finden, erlauben eine klare Vorstellung dessen, was von dem Spiel erwartet werden darf. Unterstützer erwarten überdies neckische Geschenke – Herr Sathom hofft einfach mal, daß sich bis zum Stichtag am 31.08. genügend Unterstützer finden, da er zu gern die Realisierung des Projekts erleben würde.

Und weil Herr Sathom gerade dabei ist: ebenfalls per Crowdfunding unterstützt werden kann Shadowrun Online, ein Projekt der österreichischen Firma Cliffhanger Productions. Auch dieses Projekt ist einen Blick auf den Videotrailer und die detailreichen Angaben der Macher wert.

:: Verhaut Herrn Sathom

…wenn Ihr könnt. Wie? Einfach auf MyBrute.com gehen, wer ein Tänzchen wagen will, dort einen Brute – eine(n) putzig im Manga-Anime-Stil gestaltete(n) Krieger/in – erschaffen, und in der Arena, statt einen der dort als Gegner feilgebotenen Brutes herauszufordern, in der Direktsuche Herr Sathom eingeben – und schon kann man sich mit dem Genannten messen. Doch man sei gewarnt – Herr Sathom ficht eine freche Klinge!

Wem’s beliebt, der oder die mag den Herrn Sathom auch direkt über dessen MyBrute-Seite fordern, doch so man eine eigenständige Figur erschaffen und nicht automatisch zu Herrn Sathoms Lehnsgefolgschaft zählen möchte, wähle man den oben genannten Weg (siehe dazu am Ende des Artikels mehr).

Zur Erklärung:

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:: Wenn’s zischt und kracht

Der Herr Sathom, wiewohl sonst die Denkerstirn in krause Falten gezogen oder sich manisch seinem kreativen Schaffen widmend, ergibt sich dennoch auch oft und gern vollkommen unproduktiv Erbaulichkeiten in Gestalt sinnlosen, zur Zeitvergeudung ladenden Tands, ein Lebensinhalt, welchem unter anderem lustige Flash-Games trefflich zu dienen wissen. Getrieben von dem Wunsch, seine liebsten Vehikel erfreulich-entspannender Kurzweil auch mit anderen zu teilen, hat er sich entschlossen, sie von nun an unregelmäßig, denn der Herr Sathom ist undiszipliniert, auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Den Reigen beginnen möchte er mit zwei Spielen aus dem Bereich strategischer Ballerei, die ihm viel Freude und durchwachte Nachtstunden beschert haben. Alsdann:

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