Archiv der Kategorie: Retrorama

:: TV-Tipp: Abramakabrer Nachschlag

Herr Sathom hatte ja neulich eine optimistische Prognose zur derzeit auf ARD ONE wiederholten Comedy-/Satireserie Abramakabra abgegeben; nachdem inzwischen die siebente (von zehn) Folgen ausgestrahlt wurde, scheint ein vorläufiges Fazit angebracht.

Zur Erinnerung: Abramakabra wurde von 1972 – 1976 produziert und stellt den ersten längeren Fensehaufenthalt von Dieter Hallervorden (noch vor Nonstop Nonsens) dar. Daneben finden sich mit Helga Feddersen und Uwe Dallmeier ebenbürtige Mitstreitende. Das Besondere an der Serie ist ihre schwarzhumorige, makabre Ausrichtung, wobei der Humor oft genug tief schwarz wird; daß die bösen Scherze dabei gelegentlich auch eine bittere Note haben, schadet ihnen nicht, im Gegenteil – bei den Sketchen, die eine sozial- oder gesellschaftssatirische Ausrichtung haben, unterstreicht die Bitterkeit eher den Effekt. Wohlgemerkt ist nicht alles in Abramakabra Satire, andere Sketche sind auch „nur so“ reine Comedy; meist jedoch sind sie insgesamt weitaus intelligenter, als man von heutigen (und damaligen) Spaßformaten gewohnt ist.

Herr Sathom schrieb seine ursprüngliche – sehr enthusiastische – Kritik unter dem Vorbehalt, daß er gerade mal die erste Folge gesehen hatte. Hält Abramakabra, was es versprach?

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:: TV-Tipp: Rollerball (1975)

Und weil ich gerade dabei bin (zwar leider knapp dran, aber ich habe es selbst gerade erst bemerkt): arte zeigt am Montag, dem 22.03., um 21:45 Uhr den Science-Fiction-Film Rollerball (1975), offenbar ohne demnächst geplante Wiederholungen.

Ein 2002 produziertes Remake, das mit dem Original so gut wie nichts zu tun hat – schon gar nicht, was dessen Qualität anbelangt – ist vermutlich einer der schlechtesten Filme aller Zeiten, und sei nur erwähnt, um Verwechslungen zu vermeiden (ein pikantes Detail dazu aber unten). Das Original dagegen, ein Klassiker des Genres, paßt in verschiedene Kategorien. Einerseits als für damalige Verhältnisse außerordentlich brutaler Actionfilm, zumindest, soweit es Mainstream-Produktionen betrifft, mit einem bestens geeigneten James Caan in der Hauptrolle; andererseits als düstere soziale Dystopie, in der die Welt von Konzernen regiert wird, die an die Stelle staatlicher Regierungen getreten sind (hallo Nevada).

Um die Massen zu kontrollieren, gibt es Rollerball – einen brutalen Teamsport, der an Gladiatorenkämpfe erinnert. Als Veteran des Spiels und Liebling des Publikums wird Jonathan E. (Caan) der dekadenten Elite gefährlich; man fürchtet, er könne aufgrund seiner Popularität Einfluß auf die Massen gewinnen, was für ihn, obwohl er tatsächlich keine entsprechenden Ambitionen hegt, lebensgefährlich wird. Ich will hier nicht zu viel verraten; daher folgen nur einige kurze Spoiler (ggf. den folgenden Absatz überspringen).

SPOILER ANFANG: Zu den eindringlichsten Sequenzen des Films gehört Jonathan E.s Besuch beim Supercomputer Zero. Jonathan, der bereits herausgefunden hat, daß alle Bücher digitalisiert und danach vernichtet wurden, will herausfinden, auf welcher Grundlage die Konzerne ihre Entscheidungen treffen (wie sich zeigt, wurden die digitalisierten historischen Aufzeichnungen editiert, also verfälscht); der Computer – eine Art denkender Flüssigkeit – gilt als einer der Speicher des gesammelten menschlichen Wissens. Es stellt sich heraus, daß Zero – den die Konzernchefs offenbar seit geraumer Zeit nicht mehr konsultieren– vollkommen wahnsinnig ist und Informationen verlegt, durcheinanderbringt oder vergißt. Die Sequenz trägt zur Atmosphäre des Films bei, der eine in Teilen wahnsinnige Welt zeigt – z.B., wenn superreiche Partygäste Bäume zum Spaß mit Laserpistolen abfackeln. (Hinweis: In der ursprünglichen Spoilersektion hatte ich einige Details falsch angegeben, da ich den Film vor Ewigkeiten gesehen, und Einzelheiten falsch erinnert hatte; ich habe das korrigiert). SPOILER ENDE

Rollerball ist kein vergnüglicher Film, so wenig wie etwa Silent Running/Lautlos im Weltraum – sondern ein atmosphärisch starker, verstörender Ausblick in eine dystopische Zukunft, der mit harten Actionsequenzen nicht geizt. Die Mischung aus düsterer Zukunftsvision und bitterböser Satire, die oft nahezu irrsinnige Züge annimmt (und dadurch den Irrsinn der gezeigten Welt verdeutlicht), ist dabei typisch für Filme der Zeit (Kubricks Doktor Seltsam und A Clockwork Orange wären andere Beispiele).

Ah, und noch das pikante Detail: Das vermasselte Remake von 2002 beendete auch die Karriere des Regisseurs John McTiernan, immerhin verantwortlich für Klassiker wie Predator, Die Hard und Jagd auf Roter Oktober. Grund hierfür war ironischerweise, daß McTiernan mit dem Produzenten in Streit darüber geraten war, was für eine Art Film das Remake werden sollte; worauf er einen Privatdetektiv anheuerte, um diesen Produzenten illegal abzuhören (offenbar, um ihn bei negativen Äußerungen über andere Studiobosse, oder bei falschen Aussagen gegenüber dem Studio zu „ertappen“). McTiernan wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er dazu gegenüber dem FBI falsche Aussagen gemacht hatte, und konnte seitdem in Hollywood nie wieder richtig Fuß fassen. (Ich habe keine Ahnung, weshalb er nicht wegen des illegalen Auftrags selbst verurteilt wurde; Wikipedia macht keine Angaben dazu, und ich habe keine Lust, das langwierig zu recherchieren.)

Wir wissen nicht, was für einen Film McTiernan machen wollte; was entstand, ist ein abgrundtief schlechtes Remake – für das ausgerechnet der Regisseur, der es (vielleicht) verhindern wollte, sich auch noch mit je einem Stinkers Bad Movie Award für die schlechteste Regie und das schlechteste Remake schmücken darf.

:: TV-Tipp: Abramakabra

Es hat lange keine „TV-Tipps“ mehr gegeben, obwohl sie eine der frühesten Kolumnen dieses Blogs waren. Einen Grund für die jahrelange Pause wüßte Herr Sathom nicht einmal anzugeben; auch, daß wieder einmal einer erscheint, ist dem bloßen Zufall zu verdanken.

Denn ARD ONE wiederholt derzeit die Serie Abramakabra von 1972. Leider offenbar nicht in der Mediathek verfügbar, aber hier – mit Wiederholungsterminen – vermerkt, handelt es sich um ein Sketchformat mit Dieter Hallervorden und Helga Feddersen, das bereits vor Nonstop Nonsens produziert wurde – der Serie also, die viel eher mit dem frühen Hallervorden in Verbindung gebracht wird. Es ist kaum bekannt – so wenig tatsächlich, daß Herr Sathom, trotz seines weißen Altmännertums, noch nie davon gehört hatte; anscheinend auch deshalb, weil es bisher nie, mit Ausnahme einzelner Folgen, wiederholt wurde.

Dabei ist Abramakabra eine bemerkenswerte Produktion, ungewöhnlich für ein Comedy-Format jedenfalls, und Nonstop Nonsens vielleicht sogar überlegen (Geschmackssache, zugegeben). Die Sketche sind makaber und schwarzhumorig angelegt, wobei der Humor zuweilen sehr schwarz wird; neben sehr bissiger, intelligenter Satire findet sich dabei auch reine Comedy. Böse und auf den Punkt gebracht sind in der ersten Folge z.B. Uwe Dallmeier als Jagdpächter, der erklärt, was den abendländischen Waidmann vom Metzger oder vom „primitiven“ Urwaldjäger unterscheidet, und sich dabei selbst als der „Wilde“ entlarvt; und eine deutlich auf Axel Springer gemünzte Parodie, in der Dieter Hallervorden als Verleger – höchst eloquent und kultiviert – einem Klempner erklärt, weshalb seine blutrünstigen Zeitungen mit ihren Hetzkampagnen eigentlich den zivilisatorischen Fortschritt fördern.

Die Sketche, die auf bloße Comedy abzielen, sind etwas einfacher gestrickt; die Nummer mit dem Banküberfall hätte so auch als „Gespielter Witz“ bei Nonstop Nonsens laufen können. Allerdings sind die Pointen clever und überraschend – „Witzigkeit“ à la „Ha ha, er ist hingefallen“ fehlt zumindest in der ersten Folge völlig.

Der Titel der Serie ist vielleicht insofern irreführend, als Zauberei nicht vorkommt, deutet aber treffend den makabren Zug an. Heutzutage erfordert die Serie daher vielleicht eine Trigger-Warnung. In drei Sketchen kommen Morde vor; einer davon thematisiert Gewalt gegen Frauen in einer auf die Spitze getriebenen Weise, die m.E. deutlich feministisch ist, aber von überempfindlichen, leicht zu triggernden Zeitgenoss*innen ohne Unterscheidungsvermögen mißverstanden werden könnte (ich will hier nicht noch mehr spoilern, als ich schon verraten habe; aber die Darstellung beider Figuren und die „Botschaft“ sollten deutlich genug sein).

Wie gesagt ist diese Empfehlung reiner Zufall; Herr Sathom, an sich kein großer Hallervorden-Fan, ist reingezappt. Und hängen geblieben; erst, weil es gerade nichts anderes gab und er beim Essen TV glotzen wollte, dann, weil es ihm überraschend gut gefiel.

Daß die Serie – zumindest bis zu diesem Zeitpunkt – nicht in der Mediathek bereitgestellt wird, ist bedauerlich; da sie im Rahmen der „Großen Hallervorden Fernseh-Edition“ auf DVD erschien, stehen dem vermutlich rechtliche Gründe entgegen, was hieße, daß hier auch keine Nachbesserung zu erwarten ist. Immerhin gibt es Wiederholungstermine, die der Website der ARD entnommen werden können (s.o.). Alternativ bieten Seiten wie fernsehserien.de auch eine Terminvorschau an.

Da Herr Sathom bisher nur die erste Folge gesehen hat, kann er für die weitere Serie nicht garantieren; erfüllt diese das Versprechen, kann er hoffentlich demnächst sagen: Abramakabra ist ein zu Unrecht vergessenes Fernsehjuwel der frühen 1970er (ähnlich wie Loriots Cartoon), das heute so vielleicht nicht mehr produziert würde – clever, boshaft, schwarzhumorig bis hin zu einer gewissen Rücksichtslosigkeit gegenüber den moralischen Überzeugungen oder Empfindungen des Publikums; gut, daß es aus der Mottenkiste geholt wurde und nun noch einmal besichtigt werden kann. Eine Augenscheinnahme wird jedenfalls empfohlen.

:: Die Wahnsinnswelten des Fletcher Hanks (II)

Nachdem der erste Teil die inhaltlichen Eigenarten der Stories des Comickünstlers Fletcher Hanks behandelte, soll es heute um seinen Zeichenstil und seine Erzählweise gehen. Wie erzeugen sie die eigenartige Wirkung, die an Hanks‘ Werk trotz der Tendenz zum Lächerlichen fasziniert?

Beginnen wir mit Symmetrie.

In Bildern, die große Massen von Lebewesen zeigen (vornehmlich Gegner, die bei Hanks stets hordenweise auftreten), wird eine enorme Tendenz zur Wiederholung sichtbar. Alle Gorillas, die unter Kontrolle eines bösen Wissenschaftlers Fantomahs Dschungel bedrohen, sehen fast bis ins letzte Detail gleich aus; die Leopardenfrauen von der Venus (siehe vorangehender Beitrag) ebenfalls. Menschen, Tiere, Ungeheuer – immer wieder treten sie in Massenszenen auf, fast ununterscheidbar, ihre Körperhaltung nur in Details voneinander abweichend.

Selbst im Chaos zu gleichförmiger Ruhe erstarrt: In den Bildwelten von Fletcher Hanks herrscht rigide Ordnung. Sie ist schwebend; alles verharrt im Sprung.

Nun könnte es sein, daß Fletcher Hanks schlicht faul war – oder unter Zeitdruck stand. Durchpausen und Abkupfern waren bei damaligen Zeichnern üblich, da sie möglichst viel Material in möglichst kurzer Zeit liefern mußten, um angesichts der extrem niedrigen Honorare über die Runden zu kommen. Hanks hätte diese Methode dann allerdings zum Extrem getrieben. Doch: Im Gegensatz zu anderen Zeichnern schien er nie die Werke von Konkurrenten zu kopieren. Lediglich das eigene (bzw. die Vorlagen, nach denen er arbeitet), immer und immer wieder, und auch das nur innerhalb derselben Geschichte. Und so erweckt sein Werk oft einen durchaus zwanghaften Eindruck; den einer gezeichneten Zwangshandlung, auf dem Papier zum Standbild verewigt. Vielleicht war das tatsächlich nur Methode – doch man stellt sich Fletcher Hanks vor, wie er, über sein Zeichenpult gebeugt, immer und immer wieder dieselbe Bewegung wiederholt, ein ums andere Mal die gleichen Striche zieht, besessen davon, das ewig Gleiche zu reproduzieren.

Die Erde wird geordnet verlassen.

Ob Raubtiere die Stadt überrennen, Menschen ins Weltall stürzen, weil jemand die Erdanziehungskraft abgeschaltet hat, oder Venusfrauen auf Sauriern durchs Weltall reiten und dabei ihr „Kometenfeuer“ abschießen – selbst in Augenblicken größten Aufruhrs gefriert der Kosmos des Fletcher Hanks zu harmonischer Symmetrie; in ihrer Gleichförmigkeit faszinierend, doch zugleich beunruhigend, als hätte jemand versucht, dem Chaos eine gewaltsame Ordnung aufzuzwingen. Überhaupt wirken seine Figuren meist wie unbeweglich; wo andere Comics Bewegung suggerieren wollen, sehen wir bei Hanks eine Folge photographischer Einzelbilder, auf denen Lebewesen wie erstarrt in der Luft hängen, statt zu springen. Sogar, wenn der Zeichner selten Speed Lines verwendet, scheinen die fliegenden Superheld*innen eher in deren steif gezeichneten Lichtstrahl gebannt.

Nichts sagt „Fletcher Hanks“ wie ein apokalyptisches Prügelballett.

Man kann diesen Stil schön finden, wie es dieser Autor tut; und tatsächlich entwickeln Hanks‘ Bilder einen eigenartigen ästhetischen Reiz, einen so faszinierenden wie verstörenden Eindruck ähnlich dem, den manche Kunstwerke schizophrener Patienten hervorrufen. Sie haben etwas Exzessives und wirken zugleich, als hätte jemand mühsam versucht, den eigenen Trieb zu zügeln. Es mag sein, daß in seinem Fall nicht der Schlaf der Vernunft, sondern das Delirium Tremens die Ungeheuer gebar.

Daß in Hanks‘ Bildern eine „übergeordnete und stringent verfolgte künstlerische Vision sichtbar“ würde, wie Oliver Ristau in einem Tagesspiegel-Artikel behauptet, kann man dagegen vermutlich als Quatsch abtun (wie der ganze Artikel ein hübsches Beispiel dafür ist, wie man durch exzessiven Gebrauch des elaborierten Codes inhaltliche Substanz vortäuschen kann, während man dummes Zeug erzählt). Das würde ich bei Basil Wolverton (scheint, ich werde demnächst was über ihn schreiben müssen – er drängt sich immer wieder rein) unterstellen, denn dergleichen erfordert Kontrolle. Hanks‘ Zeichnungen dagegen wirken, als würden seine Einfälle ihn kontrollieren.

Das muß alles nicht stimmen. Vielleicht entspringen die Produktionen von Fletcher Hanks einem von Dämonen gejagten, zugleich regressiv kindlich gebliebenen Geist; vielleicht sind sie nur Machwerke eines Mannes, der einen schnellen Dollar brauchte und sich einen Teufel um alles scherte, der ungefilterte Ideen hinkritzelte, um Deadlines einzuhalten. Mangels biographischer Einzelheiten läßt sich das kaum entscheiden; daß Hanks nur ein Pfuscher war und es wußte, wie eine Rezension im TITEL Kulturmagazin wissen will, ist angesichts der Datenlage jedenfalls so spekulativ, wie ihn zum künstlerischen Visionär zu erklären.1) Am Ende wirken die Geschichten m.E. ein wenig zu besessen, die Inhalte zu wahnhaft, um zu glauben, es könnte sich nur um die zweite Möglichkeit handeln. Vielleicht um eine Mischung aus beiden.


1) Es ist überhaupt kurios, wie hier zwei Rezensenten angesichts desselben Buchs (also auch identischer Hintergrundinformationen) zu so völlig gegensätzlichen Einschätzungen kommen. Gelegentlich gebärden sich Rezensent*innen, als säßen sie in den Köpfen der jeweils besprochenen Kreativen; wahrscheinlicher ist, daß sie das, was ihnen plausibel erscheint, über die Wirklichkeit der Betreffenden stülpen. Woher sie es „wissen“ wollen, bleibt jedenfalls fraglich.

:: Die Wahnsinnswelten des Fletcher Hanks (I)

Nachdem ich letzte Woche meine neue Blogkategorie „Comics“ eher unzeremoniell eingeweiht habe (statt wie geplant mit großer Fanfare), kann ich auch gleich weitermachen.

In besagtem Artikel erwähnte ich Fantomah, die allgemein als erste Superheldin gilt, geschaffen von Fletcher Hanks; was eine gute Gelegenheit scheint, einmal von Hanks zu sprechen, den man als einen der mysteriösesten Comiczeichner überhaupt bezeichnen kann (und seine Comics als die vermutlich seltsamsten).

Die Leopardenfrauen von der Venus: Das vielleicht ikonischste Bild von Fletcher Hanks kann stellvertretend für sein gesamtes Werk stehen. Alles, was seine Ästhetik ausmacht – irreale Szenerien, zwanghaft ordentlich, subtil unheimlich und doch beinahe komisch, traumähnlich und zugleich steril – findet sich vereint.

Das eine, das erste Bild, das viele Menschen von Fletcher Hanks gesehen haben (traue ich mich zu behaupten), ist womöglich das der angreifenden „Leopardenfrauen von der Venus.“ Das erste, weil sie zum ersten Mal diesen Mann bewußt als Schöpfer von etwas Eigenartigem und Besonderen wahrnahmen; ein Bild von Hanks als solches zum ersten Mal sahen, auch wenn sie andere seiner Comics vielleicht schon früher gelesen hatten. Erst ein solches Bild weckt Aufmerksamkeit für ein Gesamtwerk und die dahinter stehende Person; ist für beide idealtypisch. Es faßt alles zusammen, was Fletcher Hanks‘ Werk ausmacht – Momentaufnahme einer Welt, in der alles verrückt, irreal, doch sogar im Chaos noch von rigider Ordnung beherrscht ist. Von dieser Ästhetik wird noch zu sprechen sein. Doch machen wir zunächst unsere Hausaufgaben.

Wir befinden uns im Golden Age, jener Entwicklungsphase des US-Comicmarktes, in dem die ersten Comic Books, also Comichefte, erschienen. Verleger und Vertriebe begannen, ursprünglich nur als Zeitungsstrips erschienene Stories zu bündeln und in Heftform nachzudrucken; der Erfolg der neuen Magazine führte dazu, daß ihnen bald das Material ausging, so daß Zeichenstudios neue, eigens für diesen Markt produzierte Comics liefern sollten. Comiclegenden wie Will Eisner haben so angefangen; und, als einer ihrer Autoren und Zeichner, Fletcher Hanks.

Was Zeichenstil und Stories angeht – Hanks schrieb, zeichnete und letterte seine Geschichten selbst – drängen sich Vergleiche zum Frühwerk des legendären Basil Wolverton auf; allerdings ist Hanks‘ Zeichenstil, verglichen mit dem Wolvertons, amateurhaft, und seinen Erzählungen fehlt die bestürzende, gelegentlich sogar alptraumhafte Atmosphäre, die Wolverton-Stories wie „Brain Bats from Venus“ oder „They Crawl by Night“ auszeichnet.

Hanks‘ Erzählungen verstören aus anderen Gründen, wobei sie zugleich leichter in den Bereich des Lächerlichen entgleisen (das bei Wolverton auch mitschwingt, dann aber als sarkastischer Kommentar zu den erschreckenden Ereignissen seiner Horror-Comics); was die – bloß oberflächliche – Ähnlichkeit des Zeichenstils angeht, dazu später mehr.

Zunächst: Seltsam an Fletcher Hanks‘ Biographie ist, daß sein Auftritt in der Comicwelt nur relativ kurz währte, und daß so wenig über sein Leben danach bekannt ist. In den Jahren 1939 bis 1941 arbeitete er für Eisner & Iger, Fiction House und Fox Features Syndicate. Nach nur zwei Jahren gab er diese Tätigkeit aus unbekannten Gründen auf; bis dahin hatte er 51 Stories produziert.1) 1976 wurde er erfroren auf einer Parkbank in New York aufgefunden.

Über sein Vorleben sind immerhin einige Details bekannt; nach Aussagen von Familienmitgliedern ein gewalttätiger Alkoholiker, der 1930 mit dem Arbeitslohn seines Sohns verschwand, lernte er Zeichnen via Fernkurs, woraufhin er sich ab 1911 als „Cartoonist“ bezeichnete. Seine Einkünfte scheint er bis zum Eintritt ins Comicgeschäft damit verdient zu haben, Wandgemälde für wohlhabende Auftraggeber anzufertigen.

In Hanks‘ Biographie klaffen also gewaltige Lücken; sie ist ein Millionenschicksal. Es würde kaum interessieren, wären da nicht eben auch – seine Comics.


1) Die Angaben hierzu variieren; andere Quellen sprechen von 48 oder 53 Stories. Ich beziehe mich auf den englischsprachigen Wikipedia-Eintrag. Die Abweichungen rühren möglicherweise daher, daß Hanks auch unter Pseudonymen wie Hank Christy, Barclay Flagg u.v.m. veröffentlichte; einige davon scheinen „Hausnamen“ gewesen zu sein, die auch andere Autor*innen/Zeichner*innen verwendeten. Soweit ich feststellen kann, wurde z.B. seine Serie Space Smith unter dem Pseudonym Hank Christy von Anderen fortgesetzt.

:: Schlüpfrige Superheld*innen

Manchmal kommen auch dem alterfahrenen Comicfan – sogar dem, der sich als lebenslanger Enthusiast einbildet, über Tonnen nutzlosen Sekundärwissens zur Geschichte des Mediums zu verfügen – Dinge unter, von denen er bisher nichts geahnt hat. Und manchmal sind diese Dinge ziemlich verblüffend.

Herr Sathom z.B. liest immer wieder gern den Blog The Patron Saint of Superheroes; dessen Autor Chris Gavaler unterrichtet Englisch, Kreatives Schreiben und zeitgenössische Literatur, wobei er immer wieder den Fokus auch auf Comics richtet. Gavalers Artikel sind oft sehr akademisch und verkopft, was die Analyse des Mediums und seiner Mittel angeht, aber stets interessant und aufschlußreich zu lesen (denn er zeigt Perspektiven des Blicks auf das Medium auf, die dem Laien nicht unbedingt sofort auffallen würden); in einem älteren Artikel ist Herr Sathom jetzt allerdings auf eine Info zur Geschichte der Superheldencomics gestoßen, die er bisher nicht kannte – und sich auch nicht hätte vorstellen können.

Unter dem „freut euch nicht zu früh“-Titel „A brief history of the pornographic superhero“ lernte er, daß das Genre offenbar recht dubiose Geburtshelfer hatte.

Schlechte Aussichten: Spicy Mystery Stories vom Mai 1936

Harry Donenfeld etwa, Eigentümer der National Comics Publications, des Vorläufers von DC Comics, produzierte in den 1920er Jahren vornehmlich sogenannte girlie pulps, Trivialromane also, die ihre Protagonistinnen in anzügliche Abenteuer verwickelten. Die Bezeichnung girlie meinte dabei – anders als man heute assoziieren würde – Erzählungen erotischer Natur, die allerdings kaum über das Entblößen von nackter Haut und Unterwäsche hinausgingen (Ausnahmen kamen vor); heutzutage würden sie kaum als softpornographisch gelten, wirkten damals jedoch anrüchig genug, um Donenfeld eine Anklage wegen Unzucht, und eine nur knapp vermiedene Gefängnisstrafe einzutragen.

Irgendwas ist aber auch immer: Der Tod lauert in der Kleideranprobe. Spicy Mystery Stories, September 1937

Ab 1933 verknüpfte Donenfeld mit seinem Kompagnon Frank Armer derart schwül-erotische Geschichten mit Genreliteratur, und kreierte Anthologieserien wie Spicy Adventure Stories, Spicy Detective Stories, Spicy Mystery Stories and Spicy Western Stories. Anders als die Titelbilder suggerieren, waren die Heldinnen nicht immer damsels in distress und hilflose Opfer, sondern wußten neben ihren weiblichen Reizen auch Fäuste und Pistolen zu nutzen. Allerdings nicht, ohne dabei mindestens ihrer Oberbekleidung verlustig zu gehen. Bondageszenarien waren keine Seltenheit, und gelegentlich nahmen die Übergriffe menschlich-männlicher, aber auch monströser Gegner (Riesenspinnen etc.) Ausmaße an, die heute kaum noch als politisch korrekt durchgehen würden. Dennoch: Halb ausgezogen oder nicht, konnten die Protagonistinnen ihre Bedränger stets in die Schranken weisen, mal mit, mal ohne männlichen Retter.

Spicy Detective Stories, Februar 1935

Obwohl die in den Anthologien versammelten Stories meist Pulp-Geschichten waren, also das, was man früher hierzulande „Schundliteratur“ nannte, trieben einige der Spicy-Heldinnen auch bereits in kurzen, ein- bis zweiseitigen Comics ihr Wesen, so etwa Sally the Sleuth, eine Privatdetektivin, deren Ermittlungen sie oft unter Showgirls, Revuetänzerinnen und Models führten, ihr also reichlich Gelegenheit gaben, sich zu entblößen – das, oder sie geriet in die Fänge verrückter Wissenschaftler oder sadistischer, mit Giftspritzen bewaffneter Matronen (da war es manchmal gut, daß sich an Sallys Strumpfhalter ein Pistolenhalfter verbarg).1)

Und dann war da noch „Olga Mesmer, The Girl with the X-Ray Eyes“. In Comicform in Spicy Mystery Stories abgedruckt, waren Ähnlichkeiten mit dem späteren DC-Helden Superman verblüffend. Olga verfügte nicht nur über den titelgebenden Röntgenblick (mit dem sie, wenn ich das richtig verstehe, nicht nur Mauern durchdringen, sondern notfalls auch Gegner zu Tode röntgen konnte); auch ihre enorme Körperkraft und ihre außerirdische Herkunft erinnern sehr an den Mann vom Krypton.

Olga Mesmer schmeißt mit Männern.

So weit wie Gavaler, der sie als erste Superheldin in Comicform bezeichnet, würde ich dennoch nicht gehen. Diesen Rang machen ihr mindestens zwei andere Vorläuferinnen von Wonder Woman streitig, Fantomah und The Woman in Red – erstere eine „echte“ Superheldin, vielleicht auch eine Magierin oder sogar Göttin, die zweite ein frühes Beispiel der maskierten Vigilant*innen ohne „wirkliche“ Superkräfte.

Um mal eben abzuschweifen: Man kann gewiß diskutieren, ob es sich bei beiden tatsächlich im Superheldinnen im engeren Sinne handelt; Fantomahs fehlende Entstehungsgeschichte (weder ihre Kräfte, noch ihr Hintergrund werden jemals erklärt, sie ist einfach da), ihre nahezuhe Omnipotenz, und ihre Verwandlungen in ein totenköpfiges Wesen legen eher eine Rache- oder Todesgöttin nahe.

So etwas ist mir auch schon mal passiert (war ich aber selbst schuld). – Fantomah von Fletcher Hanks.

Zudem monieren skeptische Comichistoriker das Fehlen einer Geheimidentität. Ich bezweifle allerdings, daß solch enge Definitionsgrenzen das Phänomen der Superheld*innen fassen können. Denn die Übergänge zwischen ihnen und mythischen Wesen, sogar Göttern, sind immer fließend gewesen, wie etwa Marvels Thor und Hercules zeigen, und auch Zweitidentitäten können fehlen, z.B. bei den Fantastischen Vier. Was die Woman in Red angeht, gelten auch Figuren wie Batman als „super“, ohne übermenschliche Fähigkeiten zu besitzen. Was unterscheidet die X-Men von den Mutanten der SF-Literatur? Daß sie bunte Latexkostüme anhaben? Ist Superheldentum eine Frage des Mediums – so, wie manche Historiker Pulp-Figuren wie den Shadow und Doc Savage grundsätzlich als Vorläufer, und erst Comicfiguren als „echte“ Superheld*innen betrachten, oder Superman als die Matrix, die erst alle folgenden Figuren dazu macht? Die Frage, was Superheld*innen in der öffentlichen Wahrnehmung zu solchen macht, wäre tatsächlich einmal einen eigenen Artikel wert – die Kriterien, nach den Verlage und Publikum diese Einordnung vornehmen, erscheinen um so willkürlicher, je genauer man sie betrachtet. Es wäre interessant (vielleicht auch vergeblich), ein Unterscheidungsmerkmal zu suchen, das objektiv Bestand hat.

Aber kommen wir zu einem Problem des Artikels im Patron Saint. Während dortige Beiträge sonst stets gut fundiert und recherchiert sind, enthält dieser leider neben der Frage nach der ersten Superheldin noch einige weitere Punkte, die ich durch eigene Recherche nicht bestätigen konnte und daher als mindestens fragwürdig bezeichnen muß.

Woher der Autor z.B. das Gerücht hat, Jerry Siegel und Joe Shuster hätten Superman zuerst als Softcore-Helden bei Spicy Detective unterbringen wollen, bleibt unklar – so witzig das auch wäre, wenn es stimmte, geben die Wikipedia-Artikel zu Donenfeld und Superman doch keine solche Information her, und ich konnte sie auch nirgendwo anders finden (Gavaler selbst gibt an, damalige Redakteure würden einen solchen Versuch erinnern, nennt jedoch keine Quelle). Daß Donenfeld auch noch irgendwie irgendwas mit Marvel Comics und dem Playboy zu tun gehabt haben soll, konnte ich so auch nicht belegt finden, wobei er im Artikel allerdings auch als distributor, also mit dem Vertrieb befaßt, und nicht als publisher (Verleger) genannt wird. Kann sein, kann auch nicht sein – direkt mit Timely bzw. Atlas Comics oder deren Nachfolger Marvel involviert war er jedenfalls nicht. Daß der Autor den Namen Olga Mesmer falsch schreibt (als „Messmer“), geht da noch so durch.

Andererseits zeigt Donenfelds Wikipedia-Eintrag noch eine andere, weitaus dunklere Seite des Verlegers auf: In seiner Jugend Gangmitglied, erfreute er sich offenbar auch später noch guter Kontakte ins Gangstermilieu; Partner, sogar seine eigenen Brüder, drängte er mitunter auf brutale Weise aus dem Geschäft. Auf zumindest dubiose Weise entledigte er sich auch Malcolm Wheeler Nicholsons, des ursprünglichen Gründers von National Allied Publications, und Miteigentümer von Detective Comics, Inc. – der Firma, deren Titel Detective Comics ein Jahr später mit Batman Comicgeschichte schreiben sollte. Danach vereinigten Donenfeld und sein Geschäftspartner Liebowitz National Allied Publications und Detective Comics, Inc. zu National Comics Publications, und der Vorläufer von DC war geboren. Daß ausgerechnet der moralisch lupenreine Superman und der knallharte Law-and-Order-Rächer Batman historisch einem solchen Umfeld entstammen, entbehrt allerdings nicht einer gewissen Ironie.


1) Es ist überhaupt erstaunlich, wie emanzipiert Frauen in diesen frühen Comicstrips und -heften gezeigt wurden. In den Originalstrips des Popeye-Erfinders E.C. Segar etwa ist Olivia Oel keineswegs darauf angewiesen, „Hilfe, Popeye!“ zu schreien; man hat den Eindruck, daß sie es oft eher aus Faulheit tut, denn sie ist durchaus in der Lage, Männern – u.U. auch Popeye selbst – tüchtig eine mitzugeben. Miss Victory verprügelte im Alleingang ganze Horden von Nazispionen; und Moon Girl, eine nicht zufällig an Wonder Woman erinnernde Figur (Autorin und Editorin Dorothy Wollfolk arbeitete auch an Titeln wie Wonder Woman und Supergirl), rettete auch schon mal ihren männlichen Sidekick – obwohl der selbst Superkräfte hatte – aus Situationen, die sonst typischerweise weiblichen Figuren vorbehalten waren (einmal zum Beispiel, als ihre Erzfeindin Satana(!) ihn an eine startende Rakete gefesselt hatte).


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:: Adieu Marcel – Goodbye Robert

Immer mehr alte Heroen treten ab. Wer die eigene Biographie in welcher Weise prägte, in welchem Ausmaß der oder die Betreffende das eigene Lebensgefühl wiedergab oder beeinflußte, bestimmt das Gefühl des Verlusts sicherlich mit; so treffen ihre Tode unterschiedlich intensiv. Nach Leonard Cohen mußte kürzlich auch Greg Lake beklagt werden; Fans bestimmter Musikrichtungen mögen das heftiger betrauern als andere, die mediale Wahrnehmung mag je nach Star-Status variieren. Manche gehen vielleicht kaum bemerkt. Robert Vaughn etwa, sein Ableben überschattet von dem Cohens, erfuhr weniger Aufmerksamkeit, und war doch vielen Zeitzeugen der 70er und 80er Jahre vermutlich das vertrautere Gesicht. Für sie alle gilt: Immer markiert ihr Scheiden auch das Schwinden einer Zeit. Vergangen ist sie ohnehin; doch die sich an den Zeitgeist, die Stimmung dieser Jahrzehnte erinnern, müssen sich mit jedem Tod getrennter von denen wissen, die mit den alten Gesichtern, Filmen oder Büchern nichts mehr verbinden. Herr Sathom findet leider erst jetzt die Muße, an die folgenden Protagonisten ihrer Zeit zu erinnern; zwei verspätete Nachrufe.

Am 04.12.2016 verstarb Marcel Gotlieb, Comicfans – älteren zumindest – bekannt unter dem Künstlernamen Gotlib.*

Es fällt schwer, dem einigermaßen angemessenen Nachruf des Tagesspiegels noch etwas hinzuzufügen; was Gotlibs Werk ausmachte, die deformierenden Mutationen, die seine Figuren im zustand der Überraschung oder Hysterie durchlebten, findet dort ebenso Erwähnung wie die Rolle, die Marcel Gotlieb für die Entwicklung der französischen Comicszene spielte: Als Mitbegründer des Verlags L’Echo des Savanes und der Zeitschrift Fluide Glacial half er, das satirische, auch sexuell weitgehend tabufreie Erwachsenencomic (das sich allerdings wirklich an Erwachsene richtete, statt bloß Pornographie für pubertierende Knaben zu bieten) diesseits des Atlantiks zu etablieren. Nachtragen müßte man vielleicht, wie nachhaltig sein visueller und erzählerischer Stil spätere Künstler beeinflußte. Gotlibs Ausdrucksmittel setzten sich in der Comic-Ikonographie fest, so daß heutige Zeichner sie vielleicht zitieren, ohne den Ursprung des einen oder anderen zu kennen (etwa, wenn überraschte Charaktere ein übergroßes und ein winzig zusammengeschurrtes Auge zur Schau tragen); ähnlich wie Claire Bretéchers allgemeiner Zeichenstil, der etwa Ralf König und Franziska Becker beeinflußte, hat Gotlibs Art der Darstellung ihre Spur im Genre hinterlassen. So zeigt sich sein Einfluß auch im frühen Werk von Philip „FIL“ Tägert (dort einmal sogar mit der Fußnote „Pfiffig, was? Wie von Gotlib.“ referenziert), was sich übrigens auch von Édika und Nikita Mandryka sagen läßt, die der deutschen Leserschaft in den achtziger Jahren durch das Magazin U-Comix bekannt wurden; umgekehrt mögen Zeichner des amerikanischen MAD-Magazins, besonders Don Martin, ihrerseits Gotlib inspiriert haben.


 

* Als bürgerlicher Name wird in der französischen und englischen Wikipedia „Gottlieb“ mit Doppel-t angegeben; deutsche Quellen, nicht nur Wikipedia, verwenden grundsätzlich nur ein t, während französische uneinheitlich vorgehen. Herr Sathom kann nur vermuten, daß es sich bei Gottlieb um den ursprünglichen Familiennamen handelte, der später, vielleicht vor dem Hintergrund der Familiengeschichte (Verfolgung durch die Nazis und Ermordung des Vaters im KZ), zu Gotlieb romanisiert wurde. Der Ausstellungstext des Musée d’art et d’histoire du judaïsme, der den Familiennamen der Eltern mit zwei t angibt, scheint darauf hinzudeuten.