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:: Mars-Migranten? Morlocks? Nach „Hobbits“ jetzt Khazad-dûm entdeckt?

Herr Sathom staunte nicht schlecht: „Alien-Alarm?“ fragte diese Woche (am 25.08.) die „Bild“ suggestiv auf ihrer Titelseite, und zeigte dazu das Abbild von etwas, das von einem mumifizierten Säugling über einen fossilen Hominiden bis hin zu einem billigen Special Effect aus „Embryo des Yog-Sothoth“ oder „Shub-Nigguraths Töchter gegen Godzillas Bandwurm“ alles mögliche sein kann; Herrn Sathom beschäftigen zwar ganz andere Fragen, etwa welcher Koprophile welcher die Konsequenzen seines Handelns nicht bedenkende Mensch eigentlich diese Art von Toilettenschüsseln erfunden hat, die trichterförmig in ein direkt unterm Hintern liegendes Wasserloch münden, aus dem bei Anwendung alles nach oben spritzt (eine außerirdische Verschwörung?), er fragt aber dennoch zurück: wieso eigentlich Alien-„Alarm“? Diese Xenophobie immer, findet er, wird langsam ermüdend. Aber war ja an sich zu erwarten, ist ja von jeher das Credo erzkonservativer Presse, Politiker und auch deren Klientel: „Deutschland ist kein Einwanderungsland, nein, nein, und meine Suppe ess’ ich auch nicht“. Was geschähe, landeten wirklich Außerirdische in unseren klimagefährdeten Gefilden, kann sich Herr Sathom somit lebhaft vorstellen. Da würde selbiger an deren Stelle auch sicherheitshalber einen durchgeladenen Disruptor parat halten.

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:: Qualitätsjournalismus

Da der Herr Sathom derzeit nicht so recht bloggen, sein Weblog jedoch auch nicht ganz brachliegen lassen mag, faßt er sich diesmal kurz und präsentiert lediglich zwei kürzlich gefundene Artikel, welche ihn in seiner hier schon erörterten These bestätigen, daß es mit dem Journalismus – auch jenem, der sich Qualitätsjournalismus oder investigativ schimpft – nicht allzu weit her sei, und daß sich auch dieser oft genug vornehmlich einer Realitätsproduktion widmet, welche die Versatzstücke und angeblichen Fakten, aus denen sie ihr Weltbild zusammenkleistert, aus der Wundertüte bezieht. Ob die betreffenden Journalisten nun interessengesteuert, ob eigener Vorurteile und Denkstereotypen verblendet, oder schlicht aus reiner Faulheit handeln, will er dabei mal dahingestellt lassen; es mag sich das eine Mal so, das andere so verhalten, oder alles mag dabei anteilig eine Rolle spielen.

Die verlinkten Artikel fand der Herr Sathom im BILDblog, das jetzt ein BILDblog für alle ist, aus den hier genannten, so berechtigten wie traurigen (eben weil auch der Qualitätsjournalismus…) Gründen.

Alsdann:

  • Spaß mit Extra 3 – das vom Herrn Sathom gern gesehene Satiremagazin des NDR macht sich ein Späßchen, und die Journaille nimmt es ernst
  • Unsinn über Twitter – wieder ein Schlag des seriösen Journalismus gegen das Internet (zur Not durch Verfälschung eines Interviews, indem man der befragten Wissenschaftlerin erfundenes in den Mund legt)

Damit soll für diesmal genug getan sein – Herr Sathom plant zwei lange Elaborate über die schröcklichen Genkartoffeln und den Kulturkampf zwischen Leuten, die sich für Atheisten halten, wiewohl sie doch lediglich einem stupiden naturalistischen Monismus frönen, und den ihm ebenso ungenehmen Vertretern der religiösen Fraktion (warum er beiden abhold ist, wird der Herr Sathom dann erklären), und er hat jetzt schon keine Lust, aber was soll er machen, wenn ihm solcherlei begegnet, man muß sich ja dazu äußern, am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen, nicht das Feld nur stumm jedweder Interessengruppe überlassen, menno.

:: Irre! Hut wirbt für „Bild“!!!

Als Herr Sathom neulich von der Arbeit nach Haus fuhr, schmerzend der Kopf, der Nacken, die Augen, glaubte er zunächst, letzteren ob ihrer Anstrengung nicht mehr trauen zu können, doch da war es: unübersehbar, unleugbar, unmißverständlich. Ein Plakat, darauf niemand anderes denn Herr Udo Lindenberg, einst doch immer gegen den Strom, sinnend auf Panik, singend für die Abrüstung, Reklame für die „Bild“-Zeitung zu machen sich nicht zu schade ist. [Weiterlesen]