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:: Seltsam? Aber so steht es im Katalog! (Verschwörungstheorien I)

Leute, die Lage ist ernst. Die fundamental-islamistischen, von sinistren US-Finanzmogulen (deren wahre Hintermänner die Invasoren von der Wega sind) finanzierten, sozialistischen Freimaurer-Illluminaten (jetzt neu und verbessert auch als „Krypto-Illuminaten“ erhältlich) sind unter uns – und zwar direkt unter uns, angesiedelt in von den Templern und den Weisen von Zion aufgegebenen Katakomben, direkt nebenan von den Maulswurfsmenschen und den unter der Antarktis hausenden, nach dem Zweiten Weltkrieg dorthin geflohenen Nazis, die nur darauf warten, mit ihren Vril-getriebenen Flugscheiben die Weltherrschaft an sich zu reißen. Irgendwas ist aber auch wirklich immer.

Aber ernsthaft: wenn Herrn Sathom etwas aufregt, dann sind es – neben der schwarz-gelben Koalition, dem Brutalkapitalismus und tausenderlei anderem Zeugs – Verschwörungstheoretiker. Manchmal, das gesteht Herr Sathom zu, sind diese ja immerhin ganz amüsant; zu Unterhaltungszwecken und fröhlicher Erbauung goutiert Herr Sathom ihr Geschwafel sogar gern, so lang sie jedenfalls nur von außerirdischen Invasionsplänen, der wahren Entstehungsgeschichte der ägyptischen Pyramiden oder allerlei Tand über den 21.12.2012 schwafeln, einen Tag, an dem nämlich der Planet Fidibus – was? Wie? Ach so. Herrn Sathoms Gedankenkontrolleur teilt ihm grad mit, das Ding heiße Nibiru – über uns kommt, so daß man sich an selbigem Datum allem Vernehmen nach wohl besser vorsehen sollte, sofern man nicht über die richtigen feinstofflichen Veibräischns oder eine durchgeladene Phasenpistole verfügt.

Der Planet Nibiru meint's ernst
:: Leg Dich nich mit dem Planeten Nibiru an, Alter — (Bild Copyright © 2009 Sathom)

Sauer macht’s Herr Sathom jedoch, erfüllt ihn mit heiligem Zorn gar, wenn das nichtswürdige Pack sich ganz bestimmter Themen bemächtigt, nämlich solcher, die auch dem allgemein bewußt und kritisch denkenden Menschen am Herzen liegen müssen: nämlich etwa der Kapitalismus-, Herrschafts- und Medienkritik oder ökologischer Fragestellungen. Diese okkupiert das realitätsferne, aber veröffentlichungstechnisch sehr rege Völkchen, und vermischt sie mit seinen eigenen Spintisierereien, was wohl nachvollziehbarerweise  der ernsthaften Behandlung jener Fragen kaum nützlich ist – ihr eventuell, wie Herr Sathom aufzuzeigen gedenkt, sogar schadet. Und zwar dieweil viele die mit den Aussagen begründeter Kritik gewürzten Verschwörungstheorien möglicherweise nicht leicht von fundierten Aussagen zu scheiden wissen, und umgekehrt, weil sie den Apologeten kritikwürdiger Zustände ein Argument liefert, auch reflektierte, begründete Kritik einfach qua Hinweis auf die Ähnlichkeit in den Ruch von Konspirationsgefasel zu bringen.