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:: Nachtrag zum Spaßparteieneklat

Inzwischen weiß Herr Sathom mehr über die Affäre um „Die Partei“ und deren Zusammenprall mit dem Kanzlerkandidaten  Schlämmer (Acheronta Movebo berichtete): denn er hat in der Samstagsausstrahlung des „ZDF wochenjournal“ im ZDF infokanal einen Bericht über die Schlämmersche Kampagne verfolgen dürfen, welcher auch der fraglichen Pressekonferenz Erwähnung tat, den Eklat um Herrn Sonneborn jedoch glattweg unterschlug, ihn mit keinem Wort benannte – ein wunderbares Beispiel aalglatter Hof- und Gefälligkeitsberichterstattung seitens des öffentlich-rechtlichen Qualitätsmediums, wie Herr Sathom auch angesichts des übrigen Beitrags findet. Doch immerhin erfuhr er zweierlei: erstens, daß der gruselige Herr Schlämmer tatsächlich von welchen auch immer befragten armen Irregeleiteten zu dem beliebtesten Deutschen gekürt wurde, und zweitens, daß nämliche Pressekonferenz, welche der unbotmäßige Herr Sonneborn störte, im zu erwartenden Film um den Kandidaten Schlämmer verwurstet werden soll, somit gewissermaßen Teil der Dreharbeiten war. Herr Sathom denkt: Aha! Hatte er also recht – es war die kommerzielle Verwertungsabsicht, welche die Einhaltung des vorgegebenen Veranstaltungsablaufs notwenig verlangte, ja geradezu erzwang, und somit jede andere Reaktion als eben jene humorlose verunmöglichte. Es war ein Spektakel mit vorgeschriebener Choreographie, darin den als Publikum Beteiligten die Rolle zugeschrieben war, unbezahlte Statisten zu sein bei der Schaffung des Produkts, für dessen zweifelhaften Genuß dann später andere zahlen und den Veranstaltern monetäre Freuden bereiten dürfen (dieweil die Journaille ja  für lau an Pressevorführungen teilnehmen dürfen wird); eine am Reißbrett geplante, marketingstrategische Inszenierung, deren choreographiertem Ablauf eben darum nichts stören durfte, deren Verwertbarkeit im Film nichts im Wege stehen soll, so daß es gar nicht anders geschehen konnte, als daß Querschlägern der Saft abgedreht wird.

Herr Sathom, der dem ZDF-Hofbericht zudem entnahm, daß Herr Kerkeling alias Schlämmer in den Straßen Berlins umherirrt und Passanten anspricht, sich gar mit diesen filmen läßt und sie für seine Eigenwerbungskampagne einspannt, um nicht zu sagen nutzt (oder dies zumindest bis vor Kurzem tat), tröstet sich ob all des Blödsinns mit einer kleinen Großmannsphantasie: würde er so angesprochen, er sagte dem Herrn Schlämmer, daß er „Die Partei“ wählen würde und des Herrn Sonneborn Kandidatin Samira El Ouassil als Kanzlerin wolle (wiewohl’s gelogen wär, betont Herr Sathom, er will sich ja nun selbst nicht wiederum zum Sonneborn-Vehikel machen), und ließe den Herrn Kerkeling abblitzen. Zumal, fügte er hinzu,  es Spaßparteien ja schon lange gibt und die schlämmersche somit nur eine mit Mammon aufgeputzte Idee ist, deren Originalität Andere (auch schon vorm Herrn Sonneborn) beanspruchen könnten, also gar nichts so doll Neues. Das wird nicht passieren, aber man stelle sich vor, recht Viele täten so, wenn vom Schlämmer-Team angesprochen, was für ein fein’s und lustig Ding wäre das.

P.S.: Wenn’s Herr Sathom übrigens genau bedenkt, Vehikel hin oder her – guckt Euch die Frau El Ouassil doch mal an, Leute; na kommt schon, kiekt, und denn sacht ma ehrlich: wollt Ihr da den Herrn Schlämmer wirklich lieber?

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:: Humor vs. inszenierter Spaß – a culture clash

Es stand in der „taz“, es stand auf diversen Internetseiten wie dieser und jener, einen Videoclip (bei n24) gibt’s auch, es stand im „Berliner Kurier“: Hape Kerkeling, einer der Comedy-Heroen des deutschen „Humors“ (die Gänsefüßchen sind nötig, findet Herr Sathom) und spiritueller Lehrer Unzähliger, die sich von ihm inspiriert auf Jakobs- und andere Pilgerpfade begaben (leider nicht, um über die Jakobsleiter dem irdischen Jammertal zuletzt endgültig zu entfliehen und das Erdenrund damit von einigem geistigen Küstennebel zu befreien), präsentierte im Nobelhotel (des Name anderswo stand, das Herr Sathom aber nicht nennt, denn er muß keine Reklame dafür machen) seinen neuen Film, darin er den Kanzlerkandidaten mimt, das Ganze aufgezogen als angebliche Vorstellung des Wahlprogramms des vom Komödianten gegebenen Kandidaten Schlämmer. Doch ach, oh Unbotmäßigkeit: frech und „ungebeten“ („Kurier“) haben vor des Künstlers Auftritt bereits Martin Sonneborn, Ex-„Titanic“-Chefredakteur, und sein Team von „Die Partei“ das Podium in Beschlag genommen, und Herr Sonneborn rührt nun seinerseits kräftig die Wahlkampftrommel für die eigene Spaßpartei. Jedoch muß das Schlämmer-Team sich nur „exakt vier Minuten“ („Kurier“; bei Meedia zählte man nur zwei) über die Spielverderber „ärgern“, dann läßt „Hape“ Licht und Mikrofon ausstellen (behauptet wiederum der „Kurier“; andere Quellen geben nicht an, ob da nun wahrhaftig der Meister höchstselbst heldenhaft und kurzentschlossen den rettenden Befehl gab, oder anderswer), und die Dreisten werden von der Security des Saales verwiesen. Ob nun Herr Kerkeling – Herr Sathom mag nicht so vertraulich sein wie der „Kurier“ – oder ein anderer Verantwortlicher das Spektakel beendete, Herr Sathom findet: das war sein gutes Recht. Und ebenso war es vollkommen unsouverän und zeugte, wie es kaum besser ginge, von der eigentlichen Humorlosigkeit der professionellen Lustigkeitsfabrikanten.

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