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:: Keine Verschwörungs-Ideen? Herr Sathom hilft!

Liebe Freunde der gepflegten Verschwörungserzählung. Ich muß schon sagen. Was Ihr da in letzter Zeit an Corona-Theorien hinpfuscht, hat echt kein Taugen. Anscheinend braucht Ihr die Hilfe eines Alten Weißen Mannes(TM).

Und ein Glück: Ich sitze hier mit schwerer Erkältung zuhause (Corona-Test war negativ), und weil ich dann immer ein bißchen benebelt bin und zu spinnen anfange, denkt meine Spaltpersönlichkeit Herr Sathom so bei sich: Leute! Das geht doch wirklich besser.

Verglichen mit den Verschwörungstheorien von früher sind Eure Phantasien eine echte Enttäuschung: viel zu simpel, zu lieblos zusammengezimmert, zu LANGWEILIG!

Aber! Herr Sathom muß gleich eine Einschränkung machen: Es scheint nämlich, daß der allseits beliebte Herr Xavier Naidoo neuerdings rumpetzt, daß ganz Deutschland von einem Tunnelsystem untergraben ist, dessen Ausläufer bis in die USA reichen; wo derzeit wiederum eine unterirdische Schlacht zwischen Robotern und Klonen stattfindet, weil warum nicht. Vor soviel Einfallsreichtum muß Herr Sathom allerdings die Mütze ziehen. Und sagen: Chapeau, das wär mir nicht eingefallen (Herrn Naidoo vielleicht auch nicht; Herr Sathom konnte bisher nicht herausfinden, ob der sich das selbst ausgedacht hat, oder irgendwen nachplappert). Die Quellen sind da überhaupt uneindeutig, österreichische Outlets verkünden, die Schlacht tobe dort. Wie auch immer, die Ausnahme bestätigt die Regel.

Allgemein ist die Verschwörungsfabel aber etwas dröge geworden, vielleicht durch den zunehmenden Einfluß abgefallener Journalisten (Jebsen, Wisniewski & Co.), die es verstehen, ihre Machwerke „plausibler“, und damit attraktiver für den Mainstream zu halten (d.h. es ist immer noch Quatsch, aber näher an der Vorstellungswelt eines Durchschnittspublikums). Herr Sathom versteht das, doch er mißbilligt es; er will seine Deutungsmythen wie früher konsumieren können, mit Partyhut und einem Eimer Popcorn. Offenbar benötigt Ihr also Hilfe, an die Old-School-Konspirationsfabeln besserer Tage anzuknüpfen. Denn das waren noch ausgefeilte Elaborate, sorgsam aus Seemannsgarn gestrickt; ein Panoptikum des Wahnsinns. Erzeugnisse wahrer Kunst. Vor allen Dingen waren sie, im Gegensatz zu Euren aktuellen Machwerken, UNTERHALTSAM.

Daß aber eine gute Konspirationsthese eben auch immer einen Unterhaltungswert hat, das Leben in ein Abenteuer verwandelt, in dem Echsenmenschen und Saturnbewohner walten; und so statt dröger Alltagsexistenz den Gläubigen „Welt“ verschafft, einen Ort, darin sie Held*innen sein können, des Widerstands z.B., habt Ihr anscheinend vergessen. Und um Euch mal zu zeigen, wie das richtig geht, auf den Folgeseiten ein paar Tipps, mal mit Corona-Bezug, mal ohne.

:: Endlich geknackt: der Oscar Wilde-Code

Geleitet von Neugier ob der Titel, folgte Herr Sathom kürzlich den Links zu zwei Artikeln, welche zu jenen gehörten, die ihm kontinuierlich als neu in die geheime Schaltzentrale seiner Meckerecke geflattert kommen; und wie er’s schon geahnt, fand er sich wieder in einem Blog, welches gar krause, esoterische Fabeln verschwörungstheoretischen Inhalts in die Welt des Datennetzes hineinwebt. Die Kuriosität derselben ist von solch immensem Gehalt, daß Herr Sathom sich derzeit außerstande sieht, angesichts der Neuheit dieses schwarzen Bretts der Fantasien zu entscheiden, ob es sich um Satire handle oder ernst gemeint sei; wiewohl er aber dem Betreiber, bis er ein fundierteres Urteil abgeben kann, gern Ersteres zugute halten will, war Herr Sathom doch schockiert – nicht nur, weil jenes Blog sich desselben visuellen Themes befleißigt wie das seine (Update 09.12.2009: mittlerweile allerdings nicht mehr, da Herr Sathom sich inzwischen ein anderes Theme erkoren hat), sondern auch, dieweil der unheilvolle Feind, von welchem dort schwadroniert wird, als „Underground Reich“ tituliert wird, was den Herrn Sathom arg verstimmt, ja gar empört, ist er es doch, der acheronta movebo, und fühlt sich durch die Inbezugsetzung  des Untergründigen zu ominösen Schurkenbünden beleidigt, doch schlimmer noch: denn sollte der Verschwörungstheoretiker Recht haben und es ein solches Reich doch geben, was hätte Herr Sathom dann davon zu halten? Sollte da jemand versuchen, sein eigenes Untergrundimperium des tief gründelnden Gedankens zu usurpieren, gar an seinem aus eitel Bimsstein kunstfertig geschnitzten Thron zu sägen, um welchen Herr Sathom die Heerscharen seiner Maulwurfsmenschen, daselbst ihre Existenz dem Wunder der mikrowelleninduzierten Mutation verdankend, geschart hat? Müßte Herr Sathom dann, anders als geplant, seine wühlenden Horden gegen jenen Konkurrenten entfesseln, und nicht erst, wie er es gewollt hat, um 6:66 Uhr am 06.06. des Jahres 2012, in welchem der Maya-Kalender seinen Zyklus beschließt? Unschöne Aussichten, denen Herr Sathom sich nur ungern stellt.

Unbenommen all dessen jedoch fühlte sich Herr Sathom inspiriert, zum Zwecke der Überprüfung eines der dortigen Beiträge ein kleines Experiment zu wagen, das er hier gern vorstellen will. [Weiterlesen]

:: TV-Tipp – Fringe oder: Was ist DAS SCHEMA?

Der Herr Sathom möchte sich nunmehr nach all den ernsten Betrachtungen eines traurigen Themas zurückmelden und erzählt daher zunächst einmal, wie er am Montag mit großen Vorbehalten, da eine X-Files-Kopie witternd, die zweistündige Pilotfolge der US-Serie „Fringe“ (unvermeidlicher, mit der Nase auf Zusammenhänge stoßender deutscher Zusatztitel: „Grenzfälle des FBI“) auf Pro7 geguckt hat und zugeben mußte, daß er danach am Haken war [Weiterlesen]